Linux Kernel 2.4.1 mit ReiserFS veröffentlicht
Zwar bringen einige Linux-Distributionen bereits seit einiger Zeit das Journaling File System ReiserFS mit, doch im offiziellen stabilen Kernel taucht es jetzt erstmals auf.
Derzeit ist Ext2 unter Linux das Standard-Dateisystem. Wird der Rechner allerdings nicht ordnungsgemäß heruntergefahren und somit das Dateisystem nicht sauber abgeschlossen, muss er beim nächsten Start die Konsistenz der Datenstrukturen überprüfen, um mögliche Datenverluste zu verhindern. Dieser Vorgang ist bei kleineren Dateisystemen kaum der Rede wert. Bei heute üblichen Plattengrößen – und erst recht bei größeren Serversystemen – kann dieser "Filesystemcheck" jedoch mehrere Stunden in Anspruch nehmen, bevor das System wieder benutzbar ist.
Die technische Antwort auf dieses Problem ist z.B. ein "Journaling Filesystem", bei dem mit Hilfe eines Journals jede Änderung an den Datenstrukturen des Dateisystems mitprotokolliert wird. Dieses Journal wird dann vor etwaigen Änderungen der eigentlichen Daten auf die Platte geschrieben. Dadurch kann nach einem plötzlichen Absturz des Systems – zum Beispiel durch einen Stromausfall – beim nächsten Systemstart innerhalb weniger Sekunden ein konsistentes System wiederhergestellt werden. Statt langer Wartezeiten ist der Rechner unverzüglich wieder einsatzbereit, so die Idee.
In enger Zusammenarbeit mit SuSE hatte eine Entwicklergruppe um Hans Reiser und Chris Mason das ReiserFS um eine entsprechende Journaling-Funktionalität erweitert und im Januar 2000 offiziell freigegeben. Jetzt hat es seinen Weg in den offiziellen Linux-Kernel gefunden.
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