Konsortium für neuen Bordnetz-Standard für Autos gegründet
Auf diese Weise soll der Zunahme an Kosten, Gewicht und Komplexität einer immer umfangreicher werdenden Verkabelung in Autos entgegengewirkt werden. Bereits heute ist nach der Karosserie und dem Motor der Kabelbaum in einem Auto die Baugruppe mit dem größten Einzelgewicht und dem größten Kostenaufwand. Der Name des Konsortiums leitet sich aus dem englischen Wort für Gleichstrom "Direct Current" (DC) ab, wie er in Fahrzeugen verwendet wird.
Basis-Technologie für den neuen Standard ist der patentrechtlich geschützte DC-Datenbus, den das israelische Unternehmen Yamar Electronics entwickelt hat. Mit dem DC-BUS sind Datenübertragungsraten von 250 Kilobit pro Sekunde und mehr über die Stromleitungen möglich.
Dem DCBA-Konsortium sollen schon bald weitere Automobilhersteller und Systemlieferanten angehören, sagte Peter Braun, CEO von iQ Power. Dem Münchner Unternehmen wurde die Steuerung der Initiative übertragen. Hersteller wie DaimlerChrysler, Fiat, General Motors, Renault, Volkswagen oder auch die Lastwagenhersteller MAN und Mack Trucks haben bereits ihr Interesse an einer Teilnahme an dem Konsortium bekundet. Außerdem liegen bereits schriftliche Zusagen vor, unter andem von dem französischen Hersteller PSA Peugeot-Citroen.
Ziel der Initiative ist es, international einen neuen Standard zu schaffen, der mit den heute in Fahrzeugen verwendeten Datenprotokollen wie etwa CAN (Controller-Area-Network) und LIN (Local Interconnect Network) kompatibel ist und sowohl bei den heutigen 14 Volt wie auch den kommenden 42-Volt-Bordnetzen funktioniert. In Form eines offenen Standards wird die neue DC-BUS-Technologie später allen Unternehmen in der Automotive-Branche wie Fahrzeughersteller, Zulieferanten und Entwicklungspartnern zur Verfügung stehen.
Der Zeitplan sieht vor, dass bereits Ende 2001 der Halbleiterhersteller Infineon dem Konsortium erste Vorserienmuster (B-Muster) der DC-BUS-Elektronik zur Verfügung stellen wird. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wird jedoch eine "Kerngruppe von fünf oder sechs Automobil- sowie ein Halbleiterhersteller die Technologie und Spezifikation zusammen mit Yamar und iQ Power bis zur Vorserienreife vorantreiben", sagte Braun. Anfang Februar wird entschieden, welche Unternehmen zu den jetzigen Gründungsmitgliedern als Kerngruppe der Initiative noch hinzukommen und welche Unternehmen als assoziierte Mitglieder aufgenommen werden. Ende Januar läuft für die Unternehmen die Entscheidungsfrist aus.
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