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90 Prozent der Online-Shops mit Mängeln

Erschreckende Ergebnisse beim TÜV-Check. Eine Untersuchung der TÜV Nord Security GmbH in Hamburg von über 100 Onine-Shops ergab nahezu überall Mängel. Hinsichtlich Datenschutz operieren über 90 Prozent der Anbieter im grauen Bereich, bei der Untersuchung der Netzsicherheit fanden die Tester sogar bei 95 Prozent Lücken.
/ Andreas Donath
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Der von vielen Marktforschern vorausgesagte Erfolg im E-Commerce hinkt hinter den Prognosen her. Die Gründe würden in der mangelnden Kundenzufriedenheit mit den Websites sowie der Angst vor Sicherheitsrisiken im Datenverkehr liegen. Die TÜV Nord Security GmbH in Hamburg, eine Beteiligungsgesellschaft der TÜV Nord Gruppe und der Telekommunikationsberatung Pecos AG, untersuchte auch, ob die Bedenken zu Recht bestehen.

Das Consulting-Unternehmen, das seine Kunden in allen Fragen der Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnik unterstützt und speziell für Online-Shops das "E-TÜV-Siegel Certeco" anbietet, untersuchte im Dezember 2000 103 Online-Shops aller Branchen und Größen.

Analysiert wurden unter anderem die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wie des Fernabsatz-, AGB- oder des Bundesdatenschutzgesetzes, die einfache Navigation und die Kundenfreundlichkeit der Online-Shops. Weitere Gegenstände der Untersuchung waren die technische Qualität der Websites und die Netzsicherheit der Unternehmen.

Die Informationspflichten im Rahmen der Gesetze zum Fernabsatz, Datenschutz und den allgemeinen Geschäftsbedingungen werden von den meisten Unternehmen missachtet. Die Navigation ist oft schwierig, weil zum Beispiel gleiche Informationen in verschiedenen Online-Shops unter unterschiedlichen Überschriften zu finden sind. Allgemein lässt die Kundenfreundlichkeit der Online-Shops noch viele Wünsche offen. 97 Prozent belehren ihre Kunden nicht zum Datenschutz und weitere 86 Prozent verlangen nicht ausdrücklich das Einverständnis zur Verwendung der persönlichen Daten des Käufers. Beklagenswerte 43 Prozent geben auch nicht den Zweck der Datenerhebung an. Fast alle untersuchten Shops – 93 Prozent – garantieren nicht die Löschung der Daten nach Auftragsende.

Eher positiv für den Verbraucher ist die Tatsache, dass 82 Prozent der AGBs nicht wirksam sind, da sie keine explizite Zustimmung durch den Käufer erfahren. 68 Prozent der Unternehmen übernehmen bei Rücksendungen nicht die anfallenden Kosten und vernachlässigen damit das Fernabsatzgesetz. Erschreckenswerte 48 Prozent gaben sich nicht einmal die Mühe, einen Endpreis für den Warenkorb anzugeben und 81 Prozent geben keine zeitliche Gültigkeit für ihre Preise an.

Aus Verbraucherschutzsicht eher unbedenklich ist die Tatsache, dass 70 Prozent der Shops nur eine einzige Zahlungsmöglichkeit anboten. Nicht nur presserechtlich zu kritisieren ist der Umstand, dass 44 Prozent keinen Verantwortlichen auf ihrer Website nennen.

Auch die technische Qualität der Websites hinsichtlich HTML-Syntax, Auffindbarkeit, fehlerhaften Querverweisen (Links) und Ladezeit ist bei über 60 Prozent verbesserungswürdig, nur 36 Prozent empfanden die hiermit beauftragten Tester als "akzeptabel".

Ein "Security Scan" der Netzsicherheit erbrachte ebenfalls traurige Ergebnisse: Insgesamt waren nur fünf Prozent der untersuchten Netze ohne Mängel, so dass bei einer Vielzahl Hacker und Cracker quasi freien Zutritt haben würden. Sie müssten sich häufig noch nicht einmal besonders ausgeklügelter Methoden bedienen, da bei den Systemeinrichtungen durch mangelnde Sorgfalt elementare Fehler gemacht würden.


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