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Börsenschwäche bedroht Neugeschäft der Online-Broker

Mehr Beratung gefragt

Die aktuelle Börsenschwäche bedroht das milliardenschwere Neukundengeschäft der Online-Banken. Zu dieser Einschätzung kommt die Mummert und Partner Unternehmensberatung. Bis 2004 werden sich nach Expertenschätzungen die Investitionen in Aktien bis zu 559 Milliarden Euro belaufen, was eigentlich eine Riesenchance für die Online-Broker darstellt.

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Doch die aktuelle Börsenschwäche verschreckt neue Anleger und der Beratungsbedarf steigt wieder. Die Folge ist eine stärkere Konkurrenz für die Online-Banken durch die traditionellen Banken. Die deutschen Discount-Broker stehen unter Zugzwang.

Deutschland ist mit zwei Millionen Kunden der größte Online-Brokerage-Markt Europas. Deutsche Anleger investieren jedoch im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn pro Kopf noch deutlich weniger in Aktien. Mit durchschnittlich 3.000 Euro lagen sie 1999 hinter den Engländern mit 6.800 Euro und den Niederländern mit 8.800 Euro pro Kopf. Doch die Aufholjagd hat bereits begonnen: Nach Einschätzung des britischen Marktanalysten Datamonitor werden die Deutschen bis zum Jahr 2004 zwischen 505 und 559 Milliarden Euro direkt in Aktien investieren. Für das Jahr 2010 rechnet die Mummert und Partner Unternehmensberatung mit bis zu zwölf Millionen Online-Depots in Deutschland.

Trotz guter Marktprognosen müssen die Online-Banken umdenken. Im härter werdenden Wettbewerb der Discount-Broker bei der Neukundengewinnung sind personalisierte Anlageberatung und online verfügbares Fachwissen unentbehrlich, so die Mummert und Partner-Experten. Denn während die erste Kundenwelle noch aus Anlegern mit geringem Beratungsbedarf bestand, erwarten die Neukunden der nächsten Monate und Jahre eine fachkundige Anlageberatung, so zumindest die Prognose. Nur Anbieter mit einem Service-orientierten Direktanlageangebot haben demnach eine Chance, den traditionellen Banken Paroli zu bieten.

Die ersten Online-Banken haben bereits reagiert und werden verstärkt neben allgemeiner Beratung zunehmend auch Informationen zur Bewertung des Anlageportfolios und zu möglichen Anlagestrategien geben. Darüber hinaus versuchen sich die Online-Banken mit Hilfe eigener Internetcafés im klassischen Vertrieb. Auch in Deutschland wird es in naher Zukunft die ersten Internetcafés geben, in denen sich die Brokerszene trifft.


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