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Forschung zur Arbeitsgestaltung in virtuellen Unternehmen

BMBF startet neues Forschungsvorhaben

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) schreibt jetzt ein neues Fördervorhaben über die "Gestaltung der Arbeit in virtuellen Unternehmen" aus. Die Forschung soll sich mit Fragen und Problemen der Arbeit in virtuellen Unternehmen befassen sowie Konzepte und Lösungsansätze für eine menschengerechte Gestaltung von Arbeit in diesen neuen Strukturen entwickeln. Hierfür werden in den nächsten vier Jahren bis zu 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Das neue Vorhaben ist Teil des in diesem Jahr gestarteten Rahmenkonzeptes "Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit".

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Gegenüber herkömmlichen Unternehmens- und Koopertionsformen wie Profit-Centern, Holdings, Konzernen, Arbeitsgemeinschaften und Konsortien zeichnen sich virtuelle Unternehmen durch neue Vertrag-, Arbeits- oder Managementstrukturen aus. Arbeit in virtuellen Unternehmen ist gekennzeichnet durch räumlich flexible verteilte Standorte, zeitliche Instabilität bzw. dynamische Zusammensetzung der Kooperationspartner, rechtliche und teilweise wirtschaftliche Selbstständigkeit der Kooperationspartner nach innen sowie einen einheitlichen Marktauftritt des virtuellen Unternehmens nach außen.

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Dieser neue Unternehmenstyp ist wissenschaftlich noch weitgehend Neuland. Arbeitswissenschaft und existierende Organisationstheorien geben keine ausreichenden Antworten auf die spezifischen Probleme, die aus der Koordination standortverteilter bzw. ortsungebundener Aufgabenbearbeitung resultieren. Das (BMBF) beabsichtigt daher, mit Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Frage nachzugehen, welche Voraussetzungen und Erfordernisse sich für die menschengerechte Arbeitsgestaltung sowie die damit verbundene technische Unterstützung in virtuellen Unternehmen ergeben.

Auf der Mitarbeiterebene soll die Frage erörtert werden, welche Qualifikationen/Kompetenzen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von organisationsübergreifenden Teams - auch auf längere Sicht gesehen - erforderlich sind und auf welche Weise sie vermittelt werden können.

Auf der Managementebene stellt sich z. B. die Frage, wie sich Funktion und Rolle des wechselnden Managements in den neuen Strukturen verändern. Welche neuen, auch von den Beschäftigten nutzbaren, ausreichend flexiblen Controlling-Instrumente für die Arbeit in virtuellen Organisationen sind erforderlich, damit Planung, Steuerung und Kontrolle ermöglicht werden?

Auf der Unternehmensebene soll u. a. die Frage beantwortet werden, welche Formen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes einschließlich der entsprechenden Strukturen in virtuellen Organisationen denkbar sind. Welche Prozesse prägen die Unternehmenskultur in einer Organisation, deren Mitarbeiter überwiegend in organisationsübergreifenden Netzen tätig sind?

Auf der technologischen Ebene soll die Frage geklärt werden, welche Weiterentwicklungen bzw. Anpassungen der Technik erforderlich sind, um eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit in virtuellen Organisationen im Bereich der Kooperation und Flexibilität zu unterstützen.

Von der Fördermaßnahme werden Ergebnisse und Handlungsanleitungen erwartet, mit denen die Chancen für die Beschäftigungsentwicklung, für eine menschengerechte, sichere und gesunde Gestaltung der Arbeitswelt verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen gestärkt werden. Projektvorschläge sollen zunächst in Form von Kurzdarstellungen eingereicht werden. Der letzte Termin hierfür ist der 30. April 2001. Nach einer Begutachtung der eingereichten Skizzen werden die Partner, deren Vorschläge positiv bewertet wurden, zur formellen Antragstellung aufgefordert.

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