Studie: Computerexperten-Mangel trifft Städte und Gemeinden
"Die Gemeinden zahlen zu wenig und verlieren den Wettbewerb mit der freien Wirtschaft um IT-Fachleute", sagt Uwe Tepp, Vorstand der Mummert + Partner Unternehmensberatung. Ein Problem, das sich nicht nur in Deutschland zuspitzt. Auch die USA haben damit zu kämpfen: Um die eigene Konkurrenzfähigkeit zu steigern, erhöhte die US-Regierung laut Mummert + Partner unlängst die Gehälter ihrer Computerspezialisten um 33 Prozent.
In der freien Wirtschaft liegt das Einstiegsgehalt eines IT-Spezialisten zwischen 70.000 und 90.000 Mark im Jahr. Im öffentlichen Dienst muss der Computerfachmann sich hingegen häufig mit rund 50.000 bis 70.000 Mark im Jahr begnügen. Die Folge: Immer weniger IT-Fachleute entscheiden sich für die Tätigkeit im öffentlichen Dienst, wo sie jedoch dringend benötigt werden.
Attraktivere Löhne sind nach Ansicht der Mummert + Partner Unternehmensberatung deshalb auch in Deutschland notwendig, um einen reibungslosen Ablauf der Verwaltungsmodernisierung zu gewährleisten. Denn ohne die dringend benötigten Computerexperten bestehe für die Kommunen kaum die Chance, sich zum modernen Dienstleistungsunternehmen zu wandeln.
Deutlich wird das am Beispiel E-Government: Laut Mummert + Partner planen 91 Prozent aller Kommunen die Einführung des elektronischen Bürgerservice. Der Start des E-Governments erfordere jedoch vielfach gravierende Änderungen in den bestehenden IT-Strategien. Um den Anforderungen der Bürger gerecht zu werden, müsse beispielsweise der Service mit den bereits bestehenden Computersystemen der Stadt vernetzt und auf die Kundenanforderungen abgestimmt werden. Prozesse, die vielfach nur mit Hilfe von IT-Spezialisten realisierbar sind.
Doch auch in anderen Bereichen werden diese dringend benötigt: In den vergangenen fünf Jahren ist der Studie zufolge die Anzahl der Privatisierungen von Teilbereichen der Verwaltung stark angestiegen. Bereits 88 Prozent der Kommunen haben Ausgliederungen vorgenommen, mit steigender Tendenz. Besonders im Zuge der Privatisierung gewinnt deshalb der Einsatz von Informationstechnologien an Bedeutung. Schließlich ist die Koordination privatisierter Teilbereiche mit dem Stammhaushalt der Kommunen ohne Computerunterstützung nicht zu gewährleisten, so das Ergebnis der von Mummert + Partner durchgeführten Studie zum IT-Einsatz in Kommunen.
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