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Forschungsprogramm: Gestaltung der Arbeitswelt von morgen

"Wir wollen mit der Forschung heute Arbeitsplätze für morgen gestalten". Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am Mittwoch in Berlin ein neues Forschungsprogramm "Innovative Arbeitsgestaltung – Zukunft der Arbeit" vorgestellt. Sie verspricht sich von dem Forschungsprogramm richtungsweisende Erkenntnisse für die Gestaltung der Arbeitswelt von morgen mit dem Ziel, eine sozialverträgliche Arbeitswelt zu gestalten, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werde und damit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitrage.
/ Jens Ihlenfeld
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"Der Übergang von der Industriegesellschaft in die Wissens- und Informationsgesellschaft stellt die Forschung vor neue Herausforderungen. Wissen und Information entscheiden zunehmend über wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und berufliche Perspektiven der Beschäftigten. Diese Veränderungen bewirken einen Wandel der im vorigen Jahrhundert geschaffenen Arbeitsstrukturen und -verhältnisse. Das Forschungsprogramm soll diesen Wandel aufgreifen, Lösungsvorschläge entwickeln und in die Praxis umsetzen", erklärte Bulmahn.

Die Bundesregierung stellt bis zum Jahr 2005 für das Forschungsprogramm 150 Millionen Mark zur Verfügung. Es ist in enger Kooperation mit dem Bundesarbeitsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium entstanden. Hervorzuheben ist, dass es gemeinsam mit den Sozialpartnern, Vertretern aus der Wissenschaft und Praktikern aus der Wirtschaft umgesetzt wird. Bulmahn nannte dies eine "notwendige Voraussetzung für den Erfolg und die Akzeptanz des Programms". Sie stellte zugleich heraus, dass die Forschungsarbeiten an Problemen der Praxis ansetzen und vor Ort gemeinsam mit allen Beteiligten erprobt und umgesetzt würden. Es sei geplant, über best-practice-Beispiele die breite Anwendung von Forschungsergebnissen und Konzepten zu erreichen.

Das Forschungsprogramm konzentriert sich auf vier Handlungsbereiche:

Das Programm soll dazu beitragen, neue Formen der Arbeitsorganisation zu entwickeln, die den Beschäftigten die Möglichkeit eröffnet, ihre Fähigkeiten zu entfalten und einzusetzen. Diese Fähigkeiten werden zur wichtigsten Quelle für Unternehmenserfolg und Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft, so das bmb+f. Es gehe im Kern darum, ein Optimum zwischen hohem wirtschaftlichen Ertrag einerseits und selbstverantwortlichem Arbeiten andererseits zu finden. Denn nur zufriedene und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind erfolgreiche Mitarbeiter.

Der Übergang von alten zu neuen Unternehmens- bzw. Organisationsstrukturen soll begleitet werden. Innovationsfreundliche Milieus und Unternehmenskulturen sollen gefördert werden. Vor allem das Herausbilden neuer Unternehmensformen bis hin zu virtuellen Unternehmen und die dadurch entstehenden Arbeitsformen sind zu untersuchen. Eine wichtige Frage ist, wie die industriellen Beziehungen mit ihren speziellen Beteiligungsrechten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für diese Unternehmensformen neu gestaltet werden müssen.

Eine zukunftsorientierte, innovative Arbeitsgestaltung muss die Risiken und Chancen für Menschen mit geringen Qualifikationen ausloten. Sie laufen besonders Gefahr, Verlierer der betrieblichen Gestaltungsprozesse zu werden. Hier geht es darum, neue Ansätze zur Integration dieser Menschen in den Arbeitsprozess zu entwickeln.

Darüber hinaus habe man es auf Grund des demographischen Wandels mit einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung und einem drohenden Nachwuchsmangel zu tun. Hier gehe es darum, Instrumente und Strategien zu entwickeln, um die betriebliche Innovationsfähigkeit sicherzustellen. Altersgemischte Teams im Betrieb können ebenso wichtig sein wie eine generationsübergreifende Personalpolitik und ein intensiver Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen alten und jungen Beschäftigten.

Während der Durchführung des Forschungsprogramms in den kommenden fünf Jahren sollen sich die Unternehmensstrukturen, die Anforderungen an die Beschäftigten, die Erfordernisse und die Strategien für den Umgang mit neuen Formen von Arbeit verändern. Um diese Veränderungsprozesse aktuell aufgreifen zu können, ist das Programm als "lernendes" Programm angelegt. Zur Sicherung des notwendigen Dialogs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist bereits im Juni 2000 der Beirat "Innovative Arbeitsgestaltung – Zukunft der Arbeit" eingerichtet worden. Er dient der Programmbegleitung sowie der Beratung des Ministeriums und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, der Sozialpartner sowie der Wirtschaft zusammen.

Das neue Forschungsprogramm "Innovative Arbeitsgestaltung – Zukunft der Arbeit" kann auf den Seiten des bmb+f heruntergeladen werden.


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