Studie: Software für viele Branchen wettbewerbsentscheidend
Hierzu wurde eine repräsentative Erhebung bei 920 Unternehmen der Informationstechnologie (IT), der so genannten Primärbranche, und der Branchen Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen als wichtigste softwareentwickelnde Sekundärbranchen durchgeführt. Zu den Untersuchungsfeldern gehörte neben dem nationalen Softwaremarkt die Struktur der deutschen Softwarebranche, der Bestand und die Nachfrage nach Arbeitskräften sowie der technologische Innovationsstand und der Forschungsbedarf auf dem Gebiet der Softwareentwicklung.
Mit dem aus der Studie resultierenden Grundlagen- und Orientierungswissen hofft man, Wirtschaft und Staat fundierte Entscheidungen zur Forschung, Entwicklung und Ausbildung auf dem Gebiet der Software zu ermöglichen. Kein Wunder: In der Informationstechnik-Branche entwickeln mehr als 10.500 Unternehmen Software. In den fünf untersuchten Sekundärbranchen sind es bereits mehr als 8.600 Unternehmen. Dabei erzielen in der Primärbranche knapp die Hälfte aller Unternehmen mehr als 75 Prozent ihres Umsatzes durch Softwareentwicklung. In den Sekundärbranchen entfallen durchschnittlich etwa 15 Prozent der Neuentwicklungskosten auf Software, wobei die Branchen Elektrotechnik und die Telekommunikation überdurchschnittlich softwareintensiv sind.
Es gibt laut Studie in der Primärbranche eine enorme Gründungsdynamik, 67 Prozent der Unternehmen wurden nach 1990 gegründet. In den Sekundärbranchen spielen hauptsächlich Individuallösungen eine Rolle, die zunehmend auf innovativen Softwareentwicklungen beruhen. Der Trend zur Auslagerung der Softwareentwicklung besteht der Studie zufolge nach wie vor. Der Wettbewerb werde zunehmend über "software-veredelte Funktionen" der Produkte oder Dienstleistungen entschieden.
Mit den Untersuchungsergebnissen sehen BMBF und DLR das momentane Defizit an Fachkräften bestätigt, das für viele der befragten Unternehmen bei der Softwareentwicklung ein besonders dringliches Problem darstellt. Durch altersbedingte Fluktuation und weiteren Zusatzbedarf wird zukünftig sogar noch mit einer Verschärfung dieser Situation gerechnet. Voraussetzung für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Deutschland sei deshalb eine verstärkte Ausbildung sowie der Ausbau von softwaretechnologischer Kompetenz zur Entwicklung und zum Einsatz von Software-Produkten, softwaregestützten Prozessen und Dienstleistungen.
Zuverlässigkeit und Funktionalität sind aus Sicht der befragten Unternehmen die wichtigsten Qualitätseigenschaften von Software. Gerade die Entwicklung qualitativ hochwertiger Software sei aber in Deutschland noch zu gering verbreitet. Die Bedeutung der Softwareentwicklung spiegele sich außerdem noch nicht ausreichend in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Unternehmen wider, so das Ergebnis der Studie.
Als Forschungsziele werden in der Untersuchung u. a. die Erarbeitung von wissenschaftlichen Grundlagen für die Softwaretechnik als Ingenieurdisziplin, verbesserte softwaretechnologische Prozesse, Methoden und Werkzeuge sowie das Bereitstellen und Experimentieren mit innovativen Methoden und Anwendungsfeldern mit hohen softwaretechnologischen Anforderungen herausgestellt.
Die Studie kann ab Ende dieser, Anfang nächster Woche im Internet unter der Adresse www.dlr.de/IT/IV(öffnet im neuen Fenster) abgerufen werden. Weitere Informationen sind erhältlich beim Projektträger für Informationstechnik beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin, Fax: +49 (0)30-67055742, Tel.: +49 (0)30-67055740.
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