Sega dementiert Gerüchte um Übernahme durch Nintendo
Die New York Times beruft sich auf Manager, die von seit Monaten laufenden Verhandlungen erzählten. Angeblich geht es um eine Kaufsumme von etwa 2 Milliarden US-Dollar. Auch Microsoft soll sich Sega bereits angeboten haben. Chairman Isao Okawa, verantwortlich für die Geschicke des Unternehmens, soll laut New York Times bereits seit längerem versuchen, Sega zu verkaufen. Zudem soll er die Zukunft des Unternehmens mehr im Content-Bereich, also der Spieleentwicklung, denn der Hardwareentwicklung sehen und dies bereits mehrfach öffentlich geäußert haben.
An der Börse zeigten die dementierten Gerüchte bereits ihre Auswirkungen: Während Segas Aktienkurs anstieg, fiel der von Nintendo um einige Prozentpunkte. Offenbar wird befürchtet, dass Nintendo sich mit dem finanziell angeschlagenen Konkurrenten einen schwer zu verdauenden Klotz ans Bein binden könnte.
Ob die Gerüchte nun wahr oder falsch sind, eines ist sicher: Beide Unternehmen haben im Gegensatz zu Sony bekannte Charaktere und hervorragende Software-Titel zu bieten, die Sony für seine PlayStation 2 noch fehlen. Die Kombination beider Softwareangebote könnte für die Mitte nächsten Jahres in Japan erscheinende neue Nintendo-Spielekonsole GameCube einen gewaltigen Schub bedeuten – in Anbetracht der starken Konkurrenz durch Sony und bald auch Microsoft sicherlich keine schlechte Sache.
Sega hat zum Weihnachtsgeschäft 2000 ein beachtliches Softwareangebot auf den Markt gebracht, während Sony in den USA und auch in Europa kaum PS2-Konsolen mit nur sehr wenigen guten Spielen ausliefern konnte. Zum Sega-Software-Feuerwerk zählten unter anderem der Genre-Mix Shenmue, eine Art 3D-Adventure-Prügelspiel, und der recht gut umgesetzte 3D-Shooter Quake3, der allerdings in Deutschland – wie auch sein Computerspiel-Vorbild – indiziert ist. In Japan startete Sega mit dem 3D-Multiplayer-Rollenspiel Phantasy Star Online sein erstes echtes Online-only-Spiel, das den neuen Breitband-Adapter unterstützt und bald auch hier zu Lande zu haben sein dürfte.
Beim Online-Spiel und der Vernetzung ist Sega der Konkurrenz weit voraus, ob der Vorsprung jedoch reicht, wird sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen. Nintendo und Sega werden sicherlich nicht lange zögern, ihr Angebot um Online-Spiele zu erweitern, sofern die entsprechende Hardwareausstattung und Netzwerke bereitstehen.
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