Komplexe Rundenstrategie von Activision. Mit dem Titel Civilization schrieb Sid Meier Computerspielgeschichte, auch der zweite Teil der Serie wusste zu begeistern. Im letzten Jahr veröffentlichte Activision dann ohne Sid Meiers Beistand Civilization: Call to Power, um mit Call to Power II – ohne Civilization im Titel – nun dessen Fortsetzung zu präsentieren. Und man könnte fast versucht sein, diese Namensänderung schon als aufregendste Neuerung des Spieles zu bezeichnen.
Wieder einmal darf man sich also an der Neugestaltung der Historie versuchen: Vom Jahre 4.000 v. Christus an bis hin ins Zukunftsjahr 2300 nach Christus leitet und lenkt man die Geschicke seines Volkes, das als anfangs kleine Siedlergruppe aufbricht, um dereinst weltweiten Ruhm zu erlangen. Als Befehlshaber muss man nun nicht nur strategische Regierungsmaßnahmen und Kriegstaktiken erlernen, sondern sich auch in Diplomatie, Handel und Wissenschaft gekonnt verhalten.
Insbesondere der Diplomatie-Teil kann durchaus überzeugen, denn die bis zu sieben Computergegner agieren weitaus intelligenter und umsichtiger als je zuvor. Langwierige Verhandlungen sind nun ebenso möglich wie Gegenvorschläge auf Vertragsangebote. Ansonsten konnte man sich ja bereits beim letztjährigen Vorgänger nicht über mangelnde Komplexität beschweren, unzählige Forschungs- und Handelsmöglichkeiten stehen ebenso zur Verfügung wie differenzierte militärische Aktionen.
Enttäuschend hingegen präsentiert sich die optische Umsetzung, die im Vergleich zum letzten Jahr kaum eine Aufwertung erfahren hat: Farbarme Iso-Landschaften mögen zwar übersichtlich sein, ein paar Effekte oder Animationen hätten aber sicherlich nicht geschadet. Auch die Sounduntermalung bietet nicht unbedingt akustische Höhepunkte, Zweckmäßigkeit war hier wohl die höchste Priorität.
An der eingängigen und simplen Maussteuerung hat sich zum Glück ebenfalls kaum etwas geändert, sämtliche Menüs sind leicht zugänglich und auch komplexe Aktionen per Klick erledigt.
Fazit: Ein immer noch geniales Gameplay, aber wenig Innovationen: Call to Power II gibt erfahrenen Strategen das, was sie wollen. Das komplexe, rundenbasierte Spielprinzip fesselt wie eh und je, trotzdem sind die Unterschiede zum Vorgänger so gering, dass man sich als Besitzer von Civilization: Call to Power die Anschaffung dieses Spiels gut überlegen sollte. Ein Update wäre hier vielleicht die bessere Lösung gewesen.