Multi-Genre-Spiel mit abwechslungsreichem Gameplay. Mit Shenmue hat Sega Anfang Dezember, etwa ein Jahr nach dem Erscheinen in Japan, ein Spiel für die Dreamcast-Konsole auf den europäischen Markt gebracht, das seinesgleichen sucht: Es verbindet Adventure-, Rollenspiel-, Geschicklichkeits- und Prügelspiel-Elemente zu einer glaubwürdigen, detaillierten 3D-Welt voller Verrat und Mysterien, in der man als jugendlicher Japaner Ryo den Mörder seines Vaters sucht.
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Dass der Mörder nicht ohne ist und mit der chinesischen Mafia verkehrt, bekommt Ryo recht schnell am eigenen Leib zu spüren. Auch, dass es bei der ganzen Angelegenheit um weit mehr als "nur" einen Mord geht, wird im Verlauf der Geschichte klar. Die Handlung von Shenmue spielt hauptsächlich in der japanischen Stadt Yokosuka im Jahre 1986.
In Yokosuka bewegt man sich frei durch die mehr oder weniger belebten Straßen, Gassen und Parks, betritt Wohnungen und Geschäfte und spricht mit den Bewohnern. Erlebtes wird dabei durch ein virtuelles Notizbuch dokumentiert, das jederzeit einsehbar ist. Ort und Zeit spielen in Shenmue eine wichtige Rolle. So sind nicht alle Personen immer und überall anzutreffen, denn sie gehen zu bestimmten Uhrzeiten ihren Beschäftigungen an den verschiedensten Orten nach. Die Zeit läuft hier allerdings etwas schneller als im realen Leben ab: Vier Minuten Spielzeit entsprechen einer Stunde Shenmue-Zeit.
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Trotzdem wartet man mitunter etwas länger auf bestimmte Ereignisse und wünscht sich dann sehnlichst eine Art Zeitraffer-Funktion. Da es diese nicht gibt, kann man entweder das Spiel eine Weile sich selbst überlassen oder sich die Zeit an virtuellen Spielhallenautomaten vertreiben – das Angebot reicht hier vom Motorrad-Rennspiel Hang On bis zum Kneipen-üblichen Dartautomaten. Ryo muss noch aus einem anderen Grund auf die Zeit achten: Um 23 Uhr ist Zapfenstreich. Kommt er später nach Hause, gibt es Ärger von der Gouvernante. Im eigenen Zimmer kann dann jeweils der Spielstand gesichert werden.
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Shenmue fühlt sich am Anfang mehr wie ein interaktiver Spielfilm an, der zwar das freie Umherlaufen erlaubt, in Action-Szenen aber nur das schnelle Drücken der richtigen Tasten ermöglicht. Das ändert sich allerdings, je weiter man in der Geschichte vorankommt: Sind anfangs Angriffe noch durch simple Reaktionstests abzuwehren, werden daraus später Kämpfe in bester 3D-Prügelspiel-Manier, inklusive Spezialangriffen und -verteidigungen.
Darüber hinaus müssen zahlreiche Rätsel gelöst und Aufgaben erfüllt werden, damit man in der Geschichte vorankommt. Einige davon sind auf ihre Art einzigartig: Ryo nimmt im Verlauf des Spiels einen Job als Hafenarbeiter an und muss mittels eines Gabelstaplers Kisten in verschiedene Hallen fahren. Zwischendurch finden dann noch Gabelstapler-Rennen auf dem Hafengelände statt, die zwar keinen Einfluss auf das Spielgeschehen haben, aber nichtsdestotrotz ihren Teil zum Spielspaß beitragen.
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Obwohl die 3D-Grafik von Shenmue bereits ein Jahr alt ist, setzt sie Maßstäbe und zeigt, wozu die Dreamcast fähig ist – nicht nur im Vergleich mit anderen Konsolenspielen, sondern auch mit PC-Spielen. Dazu tragen die insgesamt 500 verschiedenen, per Motion-Capturing animierten und teils sehr lebendig wirkenden 3D-Charaktere ebenso bei wie ihre detaillierte Umgebung und die gelungene "Kameraführung". So wird die Szenerie entsprechend den Tageszeiten ausgeleuchtet, Schatten werden in Echtzeit berechnet und ein eigenes Wettersystem simuliert Witterungseinflüsse. Die virtuellen Bewohner Shenmues reagieren entsprechend darauf und tragen beispielsweise bei nasser Witterung Regenschirme mit sich herum.
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Die nicht minder detaillierte Geräuschkulisse des Spiels trägt ihr Übriges bei, die Szenerie lebendig wirken zu lassen und die Musikuntermalung sorgt in dramatischen Situationen stets für die richtige Stimmung. Dudelnde Piepsklänge, wie man sie aus einigen Konsolen-Rollenspielen kennt, gibt es in Shenmue zum Glück nicht. Die Sprachausgabe des ins Englische übersetzten Spiels kann zwar überzeugen, doch die vielen japanischen Namen und an den Häusern prangenden Schriftzeichen werden den einen oder anderen anfangs überfordern. Mit einem Knopfdruck gibt es jedoch bei Schildern die Übersetzung zu sehen, so dass man sich trotzdem zurechtfindet.
Sega liefert das Spiel auf vier GD-ROMs aus, wobei allerdings die vierte nur Mini-Spiele, Tipps und Informationen zur Welt von Shenmue enthält.
Fazit: Shenmue ist ein Meilenstein in der Geschichte der digitalen Unterhaltung und darf als "Kultspiel" gelten. Der Spieleentwickler Yu Suzuki und sein Team haben mit Shenmue ein faszinierendes Spiel geschaffen, das die Spieler mit schöner Grafik, stimmungsvollem Sound, spannender Story und abwechslungsreichen Spielelementen in seinen Bann zieht. Ein zweiter Teil wurde bereits angekündigt und soll die Geschichte abschließen. Dieser wird allerdings noch ein bis zwei Jahre auf sich warten lassen. Vorher wird wohl die Film-Umsetzung von Shenmue in die Kinos kommen. Trotz des Lobes wird Shenmue sicherlich nicht jedem gefallen. Man muss schon ein gewisses Interesse für den asiatischen Action-Film mitbringen, an den das Spiel stark erinnert.