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Spieletest: Cossacks - Echtzeitstrategie im 16. Jahrhundert

Neuer Strategie-Titel aus dem Hause CDV. Nach Sudden Strike bringt CDV Software Entertainment ein weiteres Strategiespiel mit geschichtlichem Hintergrund auf den Markt und verspricht spannende Echtzeitschlachten in vergangenen Jahrhunderten.
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Das empfehlenswerte Tutorial bereitet den Spieler auf die militärische Führung von 16 Nationen vor. Darunter die europäischen Mächte und einige Völker aus Afrika und Übersee. So kann der Lauf der Geschichte nicht nur nachgespielt sondern zumindest virtuell auch verändert werden. In den fünf Kampagnen geht es um Themen wie die Kolonialisierung und Unabhängigkeitskriege vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Um dem Kräftegleichgewicht gerecht zu werden, verfügt jede Nation über denselben Stamm von Einheiten wie Lanzenträger, Musketiere oder Fregatten. Ansonsten entspricht jede Nation dem geschichtlichen Vorbild und bestimmt somit auch die strategischen Mittel. England ist zum Beispiel die stärkste Seemacht, während Deutschland ein starkes Heer unterhält. Diverse Spezialeinheiten wie beispielsweise die Königliche Garde individualisieren jede Nation.

Fast alle Einheiten verbrauchen stetig Ressourcen, was schwerwiegende Folgen haben kann. Ohne Nahrung streiken auch die treuesten Gefolgsleute und etwas Kleingeld in den Taschen steigert die Moral. Kanonen oder ähnliche Truppen verbrauchen außerdem Kohle und Eisen für jeden Schuss, um den Nachschub von Munition zu simulieren. Diese Rohstoffe werden zusammen mit Holz und Steinen von fleißigen Bauern gewonnen, die auch als Baumeister tätig sind. Klotzen statt kleckern lautet die Devise, denn schließlich sollen bis zu 8.000 Mann in einem Szenario versorgt werden.

Die Gebäude unterscheiden sich von Nation zu Nation zwar in ihrem Aussehen, nicht aber in ihren Funktionen, die sich in zivile und militärische einteilen lassen. Zu den Aufgaben gehören die Produktion von Truppen und Rohstoffen sowie deren Lagerung. Interessanter ist da eher der Marktplatz, auf dem bei Rohstoffengpässen eingekauft werden kann. Diverse Gebäude versorgen die Armee mit Upgrades, von denen es laut CDV über 300 geben soll. Wenn man aber die Infanterie jedes Staates als neue Einheit mit neuen Upgrades zählt, ist das nicht verwunderlich.

Taktisch hat dieses Spiel einige Finessen zu bieten. Neben Höhenstufen, die eine bessere Sicht- und Reichweite zur Folge haben, hat das Terrain auch Einfluss auf die Wirksamkeit einiger Waffen. Schwere Geschosse, die in einen Sumpf fallen, richten im Gegensatz zu felsigem Untergrund weit weniger Schaden an. Auch nimmt die Trefferwahrscheinlichkeit mit zunehmender Entfernung ab und vom Feind ungeschützte Gebäude oder auch Artillerie können ohne weiteres eingenommen werden.

Die Grafik ist von Anfang an überzeugend. Alle Einheiten und Gebäude sind sehr liebevoll und detailliert gestaltet. Wenn Gebäude errichtet werden, erfolgt das in mehreren logischen Stufen und selbst die Zerstörung ereignet sich nicht mit einem Knall, sondern ebenfalls in mehreren Nuancen. Schiffe zerbersten in viele Splitter, die Spritzer auf dem Wasser erzeugen – kleine Details, die das Auge erfreuen. Das Ganze wird aus einer isometrischen Ansicht betrachtet, die sich weder drehen noch zoomen lässt.

In unserer englischen Testversion war leider keine Musik implementiert und das Interface ließ ebenfalls noch Wünsche offen. Es fehlt unter anderem am Feedback. Der Cursor zeigt nicht an, ob man gerade etwas auswählen kann oder einen Bewegen-Befehl gibt, und in der Konsole ist nicht zu erkennen, wie viele Einheiten man gerade aktiviert hat. Hoffentlich wird das bis zur finalen Version noch behoben.

Fazit:
Kleine Schwächen in der Steuerung können angesichts der liebevollen Grafik und spielerischen Tiefe durchaus hingenommen werden. Cossacks bietet eine ungeheure Vielfalt, die Strategen zufrieden stellt und gerade auch für Multiplayer-Spiele äußerst interessant ist.


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