Wissenschaftler machen Röntgenbilder dreidimensional

Kostengünstiges Verfahren zur 3D-Darstellung von Röntgenbildern entwickelt

Eine räumliche Darstellung des menschlichen Körpers war in der Medizintechnik bisher nur mit sehr teuren Computer-Tomographen möglich. Durch ein neu entwickeltes Verfahren sollen bald auch "normale" Röntgengeräte in Verbindung mit einem herkömmlichen PC den dreidimensionalen Blick in den Körper freigeben.

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Röntgengeräte und Tomographen sind heutzutage unersetzbare Hilfsmittel für die moderne Medizin. Vielfach werden heute komplizierte Operationen mit Hilfe von dreidimensionalen Bildern im Vorfeld geplant und geprobt. Oft sind auch während der laufenden Operation Kontrollaufnahmen nötig, um den Erfolg des Eingriffs zu prüfen. Allerdings kann der Patient nicht vom OP-Tisch einfach in einen Tomographen geschoben werden. Hier sind mobile Röntgengeräte im Einsatz, die allerdings keine dreidimensionalen Bilder liefern.

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Deshalb möchten Forscher der Universität Mannheim in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Siemens AG auch "normalen" Röntgengeräten eine 3D-Brille verpassen. Damit das dreidimensionale Bild dem behandelnden Arzt vor allem während einer Operation sofort zur Verfügung steht, sind jedoch sehr aufwendige Rechenprozesse nötig. Während normale Desktop-PCs damit zurzeit noch überfordert sind, kosten taugliche Spezial-Computer sehr viel Geld. Geld, das Krankenhäusern oder Praxen oft nicht zur Verfügung steht.

Die Forscher planen deshalb, mit Hilfe einer preisgünstigen, spezialisierten Einsteckkarte plus der nötigen Software jeden beliebigen PC so aufzurüsten, dass er den neuen Aufgaben gewachsen ist. Das neue Rekonstruktionsverfahren soll mit geringeren Strahlenbelastungen für den Patienten und das Operationsteam einhergehen und gleichzeitig die Kosten senken.

Die von zwei Informatikern der Universität Mannheim, Privatdozent Dr. Jürgen Hesser und Prof. Dr. Reinhard Männer, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik V, entwickelte Technik befindet sich zwar noch in Entwicklung, wurde aber gestern auf dem Kölner MEDICA-Kongress im Rahmen des "Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld von 350.000 DM kann das Forscherteam die Technologie in den kommenden drei Jahren in die Realität umsetzen.

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