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Reg TP entscheidet für Flatrate und gegen die Telekom

Einführung einer Großhandels-Flatrate angeordnet

Ab dem 1. Februar 2001 muss die Deutsche Telekom AG Internetserviceprovidern (ISP) Verbindungsleistungen für den Zugang zum Internet zu einem zeitunabhängigen Pauschalentgelt (Flatrate) anbieten. Gleichzeitig muss die Telekom unzulässige Preisabschläge und unzulässige Diskriminierungen bei den aktuellen zeitabhängigen Verbindungspreisen aufheben. Dies entschied die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) in einem nachträglichen Entgeltregulierungsverfahren.

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Mit ihrer Entscheidung will die Reg TP zu einer ausgewogenen Verteilung des unternehmerischen Risikos beim Angebot einer Endkundenflatrate beitragen. Auch ein getaktetes Entgelt auf Minutenbasis bleibt zulässig. Hier muss ab dem 15. Dezember 2000 die Unterscheidung zwischen peak- und off-peak-Zeit wieder aufgehoben werden. Die Einräumung eines Mengenrabattes ist dann auch nicht mehr zulässig. Hier kam allein die Deutsche Telekom beim konzerninternen Bezug in den Genuss der höchsten Rabattstufe.

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Durch diese Entscheidung beträgt die Verbindungsleistung für den Zugang zum Internet ab dem 15. Dezember 2000 günstigstenfalls 1,5 Pf/min und ab dem 1. Februar 2001 kommt die Möglichkeit einer Flatrate hinzu.

"Unsere Entscheidung bezieht sich auf einen der aussichtsreichsten Wachstumsbereiche der Telekommunikation und trägt dazu bei, beschäftigungspolitische Ziele und Verbraucherinteressen zu fördern", sagte Klaus-Dieter Scheurle, Präsident der Reg TP.

Die Wettbewerber der Deutschen Telekom AG hatten ein Verfahren angestregt, da es ihrer Meinung nach beim derzeitigen Gebührenmodell nicht möglich sei, einen kostendeckenden Pauschaltarif für das Internet anzubieten. Im Laufe des Jahres musste eine Vielzahl von Flatrate-Anbietern ihre Angebote einstellen oder gingen gar Konkurs, da die Einnahmen aus den Pauschalen die von der Telekom zeitabhängig berechneten Interconnection-Gebühren nicht deckten.

Die Telekom hatte ihrerseits behauptet, dass es sehr wohl möglich sei, eine wirtschaftliche Flatrate anzubieten und es für nicht sinnvoll erklärt, in veraltete Vermittlungstechnologien zu investieren, was bei einer entsprechenden Flatrate notwendig sei. Zuletzt hatte aber auch die Telekom-Tochter T-Online eben auf Grund ihres Flatrate-Angebots ein deutliches Minus in der Bilanz ausweisen müssen.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten VATM begrüßt die "klare Grundsatzentscheidung zu Gunsten der deutschen Internetnutzer", kritisiert aber, dass die Übergangsphase bis zum 1. Februar problematisch bleibt und der Wettbewerb weiter mit Planungsunsicherheit und Preisdumping der Deutschen Telekom leben müsse. Der VATM hatte von der RegTP eine "Korrektur" der bestehenden Flatrate-Tarife gefordert.

"Die Regulierungsbehörde hat einen eindeutigen Handlungsauftrag an die Deutsche Telekom erteilt. Nun bleibt mit Spannung abzuwarten, zu welchen Konditionen im nächsten Jahr tatsächlich Flatrate-Produkte möglich sein werden", so der VATM in seiner heutigen Pressemitteilung.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelstag begrüßte die Entscheidung und sieht darin einen weiteren Auftrieb für den E-Commerce. Private Nutzer dürfen mit einer Vielfalt an Zugangsangeboten und deutlich niedrigeren Online-Gebühren rechnen. Die Wirtschaft erwarte nun, dass zügig ein wettbewerbsgemäßes Tarifangebot vorgelegt wird und ausreichend breitbandige Kapazitäten geschaffen werden, so der DIHT.

Außerdem muss die Telekom bis 15. Dezember bei der Abrechnung von minutenabhängigen Online-Tarifen mit den Internet-Anbietern die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenzeiten abschaffen. Auch Rabatte dürfen dann nicht mehr gewährt werden.

Die T-Online-Aktie reagiert auf die schon gestern durchgesickerte Entscheidung heute mit einem Minus von etwa fünf Prozent und dümpelt so mit gut 19 Euro an einem neuen historischen Tiefststand.



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