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Medientage München: Streit über Zukunft der Musikindustrie

Auf der Suche nach Diamanten im Datenmüll

"Mehr Musik, weniger Geld, bessere Qualität." So positiv sieht für Christian Seidl, Redaktionsleiter des Jugendmagazins "jetzt" der Süddeutschen Zeitung, die Zukunft der Verbreitung von Musik über das Internet aus.

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Bei der Podiumsdiskussion zum Thema "Wadde hadde dudde da - wer sorgt in Zukunft für die Musik?" im Rahmen der Medientage München 2000 ordnete Seidl die Möglichkeit des freien Austauschs von Musik als strukturelle Revolution auf dem Musikmarkt ein: die Kundschaft nehme die Dinge selbst in die Hand und suche beim Herunterladen aus dem Internet nicht nach billiger Musik, sondern nach Qualität.

Zusätzlich biete die neue Distributionsmöglichkeit über das Internet auch solchen Künstlern eine Öffentlichkeit, die nicht unter Plattenvertrag stehen. Hierin liegen laut Seidl Möglichkeiten "einer neuen Musikkultur". Durch den unkomplizierten Austausch von Daten entstünden weltweite Foren von Musikern, die eine kreative Explosion und Vielfältigeit freisetzen könnten.

Diese Zukunftsvision konnte GEMA-Pressesprecher Dr. Hans-Herwig Geyer naturgemäß nicht so teilen. Das Internet müsse mit den Grundurheberrechten der Kreativen versöhnt werden, betonte Geyer. Geistiges Eigentum sei ein Wert, der geschützt werden müsse, und er dürfe keinesfalls in Vergessenheit geraten, warnte der GEMA-Vertreter.

Für rechtliche Rahmenbedingungen und weg von der Illegalität der Musikpiraterie sprach sich auch Rudi Gassner aus, ehemaliger President & CEO BMG Entertainment International und frischgebackenes Vorstandsmitglied von Bertelsmann. Er erinnerte daran, dass der Internetanbieter Napster, den Bertelsmann inzwischen aufgekauft hat, als kleines Unternehmen anfing, das klar Urheberrechte verletzte. Und doch wurde es von inzwischen 34 Millionen Benutzern zum Lieblingsobjekt erklärt. Der strategische Ansatz von Bertelsmann sei es nun, das Produkt so umzuwandeln, dass es ein legitimes Angebot werde, so Gassner.

Tim Renner, Executive Vice President & President Music Group der Universal Music Group (UMG), verwies darauf, dass durch ein Angebot von Musik über das Internet keineswegs die Existenz von Plattenfirmen in Frage gestellt werde. Denn je mehr Musik ins Netz gestellt werde, desto größer sei die Gefahr, dass die Suche des Benutzers erfolglos verlaufe.

Somit seien die Plattenfirmen für Promotion und Vermarktung nach wie vor unerlässlich. Für unbestreitbar erklärte aber auch Renner die riesige Chance der Vielfalt durch die Anarchie des Internets. Seiner Einschätzung nach stagniere der Musikmarkt, doch durch die Verbreitung von Musik im Internet biete sich die Chance einer gezielten Kommunikation sowohl zwischen den Kreativen als auch den Usern, die zusätzlich keine regionalen Grenzen kenne. Renner räumte ein, dass sich unter der Masse der im Netz angebotenen Musik sicher auch "eine Menge Schrott" befinde. Doch er sei sicher, so Renner, dass sich auch "so mancher Diamant" darunter befinde.


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