USA: PlayStation-2-Konsolen ausverkauft

Trotz der durch Produktionsprobleme ausgelösten Knappheit hat Sony of America das ehrgeizige Ziel, innerhalb der nächsten zwei Monate insgesamt 1,3 Millionen PlayStation 2 zu verkaufen. Bis 31. März 2001, dem Ende seines Geschäftsjahres 2001, hofft der Hersteller, in den USA insgesamt drei Millionen und weltweit insgesamt zehn Millionen Konsolen verkauft zu haben.
Zum Marktstart in Deutschland sind ähnliche Warteschlangen-Sichtungen zu erwarten – hier zu Lande werden nämlich gerade mal 100.000 PlayStation 2 erhältlich sein. Böse Zungen aus Insider-Kreisen wähnen gar, dass Sony Probleme haben dürfte, selbst diese geringe Liefermenge zu schaffen. Für den Handel, der vom Hype ebenso ergriffen wurde und auf ein ordentliches Weihnachtsgeschäft hofft, ist dies nicht sonderlich erfreulich. Die Spielehersteller schließlich haben hier zu Lande und selbst in den USA ebensolche Probleme damit: Einige verzögern die Auslieferung ihrer besten Titel solange, bis ausreichend viele Konsolen in den Wohnzimmern stehen.
Im Gegensatz zur japanischen PlayStation 2 sind die Versionen für die USA und Europa überarbeitet worden, mit einem Steckplatz für Festplatten ausgestattet und halten die Software zur Wiedergabe von DVD-Spielfilmen nicht auf externen Speicherkarten, sondern im Inneren der Konsole. Sie kann allerdings weiterhin durch Firmware-Updates aktualisiert werden, die Sony auf Update-CDs ausliefert. Ob das findige Programmierer lange daran hindern kann, die Ländercodes zu deaktivieren, ist eine andere Sache.
Bei den in der ersten Jahreshälfe ausgelieferten japanischen PlayStation-2-Konsolen hatte die DVD-Abspielsoftware eine "Sicherheitslücke", die es erlaubte, auch US-DVDs (Ländercode: Region 1) abzuspielen. Sony hatte damals alle Mühe, das Problem zu beseitigen und dürfte von den anderen Mitgliedern des DVD-Konsortiums einiges zu Hören bekommen haben. Diesmal dürfte dem Unternehmen also viel daran gelegen sein, dass sich Derartiges nicht wiederholt.
Kommentar:
Zu guter Letzt darf noch erwähnt werden, dass auch das wegen seiner unnachgiebigen Patent-Klagen ins Rampenlicht geratene Speichertechnologie-Unternehmen Rambus die Gunst der Stunde nutze und eine eigene PlayStation-2-Pressemitteilung herausgab. In selbiger weist es darauf hin, dass die Konsole durch die verwendete Rambus-Speichertechnologie zu Workstation-gleicher Leistung verhelfe. Leider steht darin nichts vom PS2-Grafikchip – und damit sind nicht die Emotion-Engine getauften Co-Prozessoren gemeint – der dank seines eingebetteten 4-MB-Speichers nur recht wenig Platz für detaillierte Texturen bietet, was Spielehersteller vor einige Probleme stellt. Sony wäscht halt auch nur mit Wasser, liefert zwar gute Hardware, kann aber eben keine Wunder vollbringen – selbst wenn es die PR-Abteilung gerne so aussehen lässt...