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Umfrage: Jeder Fünfte für einen Chip im Gehirn

Allensbach-Umfrage zur Zukunft des Körpers. Laut einer vom Deutschen Studienpreis in Auftrag gegebenen Allensbach-Umfrage befürwortet jeder fünfte Deutsche die Verpflanzung eines Chips ins Gehirn, wenn sich die Hirnleistung dadurch verbessern ließe. Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, welche Ängste und Hoffnungen, welche Einstellungen und Meinungen die Deutschen mit den wachsenden wissenschaftlichen und medizinischen Zugriffsmöglichkeiten auf den menschlichen Körper haben.
/ Christian Klaß
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Erste Ergebnisse liegen jetzt zum Thema Transplantation vor: Fast alle Befragten befürworten Eingriffe, die ohnehin schon praktiziert werden. Die Zustimmung zu Lungenverpflanzungen z.B. liegt bei 80 Prozent. Zögerlicher werden hingegen Eingriffe beurteilt, die noch utopisch klingen: Doch immerhin 37 Prozent würden einer Gebärmutterverpflanzung zustimmen, 26 Prozent der Übertragung von einzelnen Gehirnzellen und 21 Prozent dem Einbau eines "Gehirnchips".

Bemerkenswert ist die deutlich höhere Zustimmung der Jüngeren auch zu sehr weit reichenden Manipulationen: 19 Prozent der Unter-Dreißigjährigen würden die Verpflanzung eines Gehirns akzeptieren und immerhin noch sechs Prozent die Verpflanzung des eigenen Kopfes auf einen anderen Körper. Die Ergebnisse zeigen auch, dass im Allgemeinen die Zustimmung zu Eingriffen bei Menschen mit höherer Schulbildung wächst.

Xenotransplantation und Embryonenforschung sind vielen Menschen suspekt. So können sich zwar knapp 58 Prozent der Deutschen vorstellen, bei Versagen des eigenen Herzens mit einem menschlichen Spenderorgan zu leben. Weniger als zehn Prozent jedoch würden ein aus den Zellen eines Embryos gewonnenes Herz oder ein Tierherz für sich akzeptieren, so das Ergebnis der Umfrage.

Weitere Ergebnisse wird der Deutsche Studienpreis in den nächsten Wochen veröffentlichen. Der Deutsche Studienpreis führt die Umfragereihe aus Anlass seiner dritten Ausschreibung durch, die unter dem Thema "Bodycheck – Wie viel Körper braucht der Mensch?" läuft.

Bis zum 30. April 2001 können Studierende aller Fächer und Hochschulen Forschungsarbeiten zu diesem Thema einreichen. Informationen zur Umfrage und zum Wettbewerb gibt es unter der Telefonnummer 040/72 50-30 57 und unter www.studienpreis.de.

Der Deutsche Studienpreis ist ein Forschungswettbewerb für Studierende aller Fachrichtungen und Hochschulen im In- und Ausland. Er wird von der Körber-Stiftung alle zwei Jahre mit einem neuen Thema von aktueller gesellschaftlicher Bedeutung ausgeschrieben.

Meinung:
Ein Chip im Gehirn? Ob das die Trivialisierung der Massen durch Wahlkampf-Parolen, (Reality-)Soaps, Talkshows und Sensations-Journalismus aufhalten kann? Wahrscheinlich nicht, aber immerhin wäre es so irgendwann jedem möglich, die eigene Homepage dank eines Mini-Webservers drahtlos direkt von der Quelle aus ins Internet zu übertragen. Und welche gefilterte Reality-Soap könnte damit schon konkurrieren?


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