Netiquette: Internet-Knigge für Schulen vorgestellt
Auf der Veranstaltung mit Bildungsexperten und Pädagogen aus Deutschland und Amerika sowie aus Großbritannien und Norwegen zeigte sich, dass Deutschland beim Umgang mit jugendgefährdenden Internet-Inhalten an Schulen viel aufzuholen hat. Das gilt besonders bei der Anwendung von Verhaltensregeln im Internet, so genannten "Netiquetten".
Damit ist zum Beispiel die Pflege eines höflichen Stils bei der Verbreitung von Informationen im Netz gemeint und die Einhaltung gesetzlicher Regelungen. Anders als in Deutschland sind solche Richtlinien in den USA und auch in Großbritannien und Norwegen seit längerem gängige Praxis. Acht von zehn amerikanischen Schülern müssen sogar einen Nutzungsvertrag unterschreiben, bevor sie Zugang zum Internet erhalten.
Meistens ist ebenfalls die Unterschrift der Eltern erforderlich. "Das Ziel ist es, an jeder deutschen Schule Verantwortungsrichtlinien zu entwickeln, die der spezifischen Schulkultur gerecht werden", so Dr. Ingrid Hamm von der Bertelsmann Stiftung. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass die Regeln an das Alter der Schüler angepasst werden.
Als Ergänzung zu Verhaltensrichtlinien setzt die Mehrheit der amerikanischen Schulen Filtersysteme ein. Die Filtersoftware unterstützt die Lehrer bei der Beaufsichtigung der Schüler und lässt gleichzeitig mehr Zeit zur Unterrichtsgestaltung. Auch in Deutschland sollten solche Systeme eingeführt werden, rät die Stiftung. Immerhin wünscht sich hier bereits jeder zweite Lehrer die Einführung einer Filtersoftware an seiner Schule, wie eine Allensbach-Umfrage belegt. Das von der Bertelsmann Stiftung mitinitiierte Filtermodell der Internet Content Rating Association (ICRA) ermöglicht die Sperrung von Internetseiten nach frei wählbaren Kriterien. So könnten mehr jugendgefährdende Internetseiten auf Schüler-PCs ausgeblendet werden.
Der auf dem Deutsch-Amerikanischen Dialog vorgestellte "Internet-Knigge" ist das Ergebnis des Projekts "Internet-Verantwortung an Schulen" der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit einem internationalen Expertennetzwerk aus Bildungspolitikern, Pädagogen sowie Informations- und Kommunikationsberatern. Die Empfehlungen erscheinen demnächst als Buch und können bei der Bertelsmann Stiftung angefordert werden.
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