Buch: Silicon Valley - Ein Mythos und seine Hintergründe
Das 440 Seiten starke Buch beginnt dabei mit dem Goldrausch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, beschreibt die ersten Unternehmensgründungen, die auch nur im Entferntesten etwas mit den späteren High-Tech-Konzernen zu tun hatten, und widmet sich ausführlich und unterhaltsam den Lebenswegen von Personen wie Hewlett und Packard, um sich später dann den heute den Markt bestimmenden Konzernen wie Oracle, Apple, Netscape und natürlich Microsoft zuzuwenden.
Dabei belässt es Kaplan nicht nur bei den hinlänglich bekannten Geschichten rund um Microsoft und deren zum Teil doch etwas seltsam anmutenden Geschäftsmethoden, sondern zeichnet auch interessante Lebensbilder vom Oracle-Mogul Larry Ellison oder den Apple-Gründern Jobs und Wozniak. Die vielen Berichte ehemaliger Mitarbeiter, ehemaliger Ehefrauen und ehemaliger Freunde, die Kaplan gekonnt in die nicht immer ganz objektive Berichterstattung einfließen lässt, sorgen für zusätzlichen Lesegenuss.
Nicht ganz so unterhaltsam ist der ebenfalls recht ausführliche Abschnitt über die allgegenwärtigen VC-Unternehmen geraten. Kaplan kann sich zwar rühmen, hier in einem Bereich recherchiert zu haben, der von der schreibenden Zunft bisher sträflich vernachlässigt wurde, verständlicherweise liest sich die Geschichte der Wagniskapital-Geber aber längst nicht so spannend wie die Vergangenheit von Bill Gates und Konsorten.
Silicon Valley von David A. Kaplan ist im Heyne-Verlag erschienen und zum Preis von 39,90 DM im Handel erhältlich. (ISBN 3-453-17989-7)
Fazit:
Sicherlich ist Silicon Valley alles andere als ein neutrales Zeitdokument, wer aber für ein wenig Klatsch und Tratsch offen ist und sich auch nur entfernt für die Geschichte der heute bedeutendsten Technologie-Unternehmen interessiert, findet in diesem Buch ein kurzweiliges und rundum empfehlenswertes Lesevergnügen.



