c't: Zugangssperren mittels BIOS-Passwort leicht zu knacken
Mit einem BIOS-Passwort sollte man moderne PCs eigentlich vor unerwünschtem Zugriff von Fremden schützen können. Erst nach Eingabe des korrekten Passworts setzt der PC den Boot-Vorgang des Systems fort. Die Anwender derartiger Schutzmechanismen wähnen sich in trügerischer Sicherheit: Schutz bieten derartige Passwörter allenfalls vor wenig versierten Anwendern oder vor Kleinkindern (sic!), die durch Herumkrabbeln auf der Tastatur Schaden anrichten könnten.
Die Bios-Passwörter stellen so manchen Anwender vor das Problem, den Rechner wieder in Gang zu bekommen, wenn er das Passwort vergessen hat. Gerade diese Vergesslichkeit hat dazu geführt, dass auf zahlreichen Seiten im Internet Hilfestellungen zum Knacken von BIOS-Passwörtern präsentiert werden, so dass die beabsichtigte Schutzwirkung kaum noch gegeben ist. So genannte Master-Passwörter erlauben grundsätzlich den Zugang. Oft waren die Board-Hersteller zu faul und haben das Master-Passwort des BIOS-Herstellers übernommen. Auf verschiedenen Websites sind gängige Master-Passwörter in ganzen Listen verzeichnet. Darüber hinaus gibt es noch diverse Tricks von Tastenkombinationen beim Starten bis zum Eingriff in die Hardware des Rechners.
Bei Notebooks sieht die Situation besser aus, aber auch hier gibt es Tricks. Mit Master-Passwörtern aber gehen die Notebook-Hersteller sehr sorgfältig um: Wer sein Passwort vergessen hat, kann unter Vorlage von Rechnung und Lieferschein Hilfestellung anfordern.
"Gerade bei den Neuentwicklungen wie dem Award-BIOS 6.0 ist es dennoch sehr schade, dass die BIOS-Entwickler nichts aus der Misere gelernt haben", meint c't-Redakteur Andreas Stiller. "Bei dieser trügerischen Sicherheit wirken Feature-Ankündigungen wie 'Multi-level password protection' von Award eher scherzhaft als Vertrauen erweckend."
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