Test: Creative Jukebox - MP3-Player der Superlative

Im Innern werkelt der von der SoundBlaster Live bekannte EMU10K1-Prozessor. Die Jukebox ist daher auch EAX-fähig, wer den Player also beispielsweise an ein dementsprechendes Soundsystem anschließt, darf aus einer Reihe von Hall- und Verzerrungseffekten wählen. Eine Pitch-Funktion zur Veränderung der Geschwindigkeit ist ebenfalls vorhanden.
Zudem wurde eine 6-GB-Festplatte eingebaut, auf der sich auch das speziell für die Jukebox entwickelte Betriebssystem befindet, wodurch ein kleiner Teil der verfügbaren Kapazität belegt ist. Insgesamt bieten die knapp 6 GB genug Platz für etwa 1.500 Songs, 150 CDs beziehungsweise vier Tage lang ununterbrochen Musik in MP3-Qualität bei 128 KB pro Sekunde. Die Jukebox unterstützt Encodingraten von 20 Kbps bis 320 Kbps. Außer MP3 wird auch das WMA-Format unterstützt, laut Creative werden aber auch zukünftige Formate per kostenlosem Firmware-Update abgespielt werden können.
Nach dem Anschalten des Gerätes vergehen bis zur Betriebsbereitschaft etwa zehn Sekunden auf Grund des Bootvorgangs. Danach kann man dann mit Hilfe der übersichtlich platzierten Funktionstasten und dem Menübildschirm aus dem vorhandenen Musikangebot wählen. Die Selektion kann dabei nach Künstlername, Songtitel, Stilrichtung oder Playlist erfolgen. Die Erstellung von Playlist gestaltet sich ebenfalls recht einfach, auch das Kombinieren von einzelnen Songs und ganzen Alben ist problemlos möglich.
Ein 8 MB großer Zwischenspeicher lädt die nächsten Minuten des abzuspielenden Tracks bereits vorher ein, so dass auch heftige Erschütterungen den Player kaum aus der Fassung bringen. Nichtsdestotrotz können die Wartezeiten zwischen den Songs, insbesondere, wenn die Festplatte beinahe voll ist, schon mal mehr als fünf Sekunden betragen.
Die Jukebox verfügt über einen Kopfhörerausgang und zwei Line-Outs, so dass zwei unterschiedliche Boxenpaare angeschlossen werden können, etwa für den Surround-Betrieb. Per Line-In lässt sich ein nicht im Lieferumfang enthaltenes Mikrofon für eigene Aufnahmen anschließen. Zur Grundausstattung gehören außerdem ein Netzgerät, zwei Sätze zu je vier NiMH-Akkus, die jeweils einen Betrieb von knapp fünf Stunden ermöglichen, und eine Fernbedienung, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verfügbar ist, allen Käufern der Jukebox jedoch kostenlos nachgeliefert wird.
Der Anschluss an den PC erfolgt per USB-Kabel. Dank der mitgelieferten Creative-PlayCenter-2-Software lassen sich normale Audio-CDs durch ein paar Klicks umwandeln und direkt als MP3-Dateien auf die Jukebox schreiben. Pro CD vergehen dabei durchschnittlich vier bis fünf Minuten. Optional schreibt die Software die MP3-Dateien gleichzeitig auch auf die PC-Festplatte. Durch die CDDB-Kompatibilität entfällt das manuelle Benennen von Songs und Alben, die entsprechenden Daten können stattdessen direkt aus dem Internet geladen werden.
Fazit:
Creative demonstriert mit der Jukebox eindrucksvoll, wie die Zukunft der digitalen Musik aussieht. 100 Stunden Musik in hervorragender Qualität einfach in die Tasche stecken zu können - welcher Musikfreund sieht hier nicht einen schon lange existierenden Traum erfüllt. Einzig der Preis dürfte einen Großteil der potenziellen Käufer zunächst abschrecken, aber man muss wohl kein Prophet sein, um spätestens im nächsten Jahr mit deutlichen Preissenkungen rechnen zu können.



