Fantasievolle Spielkombination. Mit dem aktuellen Titel Battlecry versuchen die Entwickler von SSI aus dem rundenbasierten Warlords-Universum auszubrechen, indem klassische Elemente der Echtzeit-Strategie mit denen des Rollenspiels vermischt werden. Dabei geraten die Bewohner der Isle of Dawn in Gefahr, denn die Prophezeiung, dass "der Nachthimmel zwei Tränen weinen wird", hat sich bewahrheitet. Was es nun mit den beiden Meteoriten und der Prophezeiung auf sich hat, darüber wird der Spieler vorerst im Unklaren gelassen.
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Nach acht kurzen Tutorials, die in alle wichtigen Funktionen einführen, ist man bereit, die sechsteilige Kampagne auf dem Weg des Lichts oder der Dunkelheit zu beginnen. Die Missionen enthalten alle aus der Echtzeit-Strategie bekannten Elemente. Trottelige Bauern errichten Gebäude, die Truppen rekrutieren und Verbesserungen erforschen, oder arbeiten in Minen, um dort die vier Ressourcen Gold, Erz, Stein und Kristalle abzutragen. Die neun Völker bilden drei Bünde mit guter, neutraler oder böser Gesinnung.
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In jedem Bund gibt es ein zivilisiertes, ein primitives und ein magiekundiges Volk, das seine eigenen Gebäude und Truppen hat, die sich lediglich optisch, nicht aber in Funktion oder Stärke unterscheiden. So lässt sich anhand des Volkes kein Vor- oder Nachteil ausmachen. Unterschiede gibt es erst durch den Helden mit seiner Fähigkeit, die Männer oder Kreaturen in seinem Umfeld zu beeinflussen. Ein erfahrener Magier kann es zum Beispiel Nacht werden lassen, was besonders den bösen Völkern behagt.
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Bis es jedoch soweit ist, liegt ein weiter Weg vor dem Helden. Das erste der sechs Kapitel ist vor allem seiner Entwicklung und der Einführung in die Prophezeiung gewidmet. Die Eigenschaften Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und Charisma des Helden sind abhängig vom gewählten Volk. Menschen sind wie gewohnt die Alleskönner, während Zwerge und Minotauren für ihre Stärke bekannt sind und Elfen hervorragende Magier abgeben. Mit Erreichen der zweiten Stufe kann der Held seinen Beruf wählen. Hier stehen Krieger, Dieb, Priester und Magier zur Auswahl, was mit der dritten Stufe eine entsprechende Spezialisierung mit sich bringt. Ab der vierten Stufe werden Lernpunkte vergeben, um die Fertigkeiten zu verbessern.
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Die nötigen Erfahrungspunkte bekommt der Held im Kampf mit Schwert oder Magie. Aber nicht nur er, sondern auch normale Truppen werden mit der Zeit immer besser und können, sofern sie die dritte Stufe erreicht haben, in das Gefolge des Helden aufgenommen und in der nächsten Mission eingesetzt werden. Zusätzliche Punkte und magische Gegenstände erhält man durch kleine Sub-Quests, die an Schreinen in Auftrag gegeben werden.
Auf das für Rollenspiele typisch komplizierte Punktesystem wurde der Einfachheit wegen verzichtet. So kann sich der Spieler leichter auf die eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Ebenso verhält es sich mit dem Magiesystem. Neun Sphären der Magie versorgen den Helden mit über 80 Zaubersprüchen, die aber nur von erfahrenen Magiern voll ausgeschöpft werden können.
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Warlords Battlecry weiß optisch zu überzeugen. Aus einer isometrischen Ansicht machen alle Gebäude und Einheiten eine gute Figur und mit dem Schwert jonglierende Skelette erfreuen das verspielte Auge. Auch Kampf- und Magieszenen sind nett animiert. Die Landschaft ist ebenfalls sehr ansehnlich mit verschiedenen Terraintypen wie schroffen Höhenzügen und tiefen Tälern. Allerdings ergeben sich daraus keine reellen Höhenstufen, die strategisch genutzt werden könnten.
Fazit: Es muss nicht immer 3D sein, um ein Spiel interessant zu machen. Die Echtzeit-Komponente von Warlords Battlecry erinnert zwar sehr an Warcraft und stellt damit in diesem Genre nichts Außergewöhnliches dar. Die Rolle des Helden dagegen steigert die Motivation und verleiht diesem Spiel das gewisse Etwas. Da hätte der Charakter und dessen Ausrüstung noch stärker im Vordergrund stehen können.
Einzige Wermutstropfen sind kleinere Fehler wie zum Beispiel die viel zu schwach verteidigenden Abwehrtürme. Diese sollen aber mit dem Patch auf Version 1.01 behoben werden. Der Patch für die deutsche Version war zum Test noch nicht verfügbar.