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IBM führt neue Server-Generation ein

Neue Strategie und neuer Super-Server. IBM stellte mit dem IBM eServer eine neue Generation von Servern vor, die speziell aufs Web abgestimmt sein sollen. Hohe Stabilität, Skalierbarkeit und weitreichende Unterstützung von offenen Standards soll IBMs Strategie untermauern. Zudem stellte IBM mit dem z900 einen neuen High-End-Server vor, der die Konkurrenz in den Schatten stellen soll.
/ Jens Ihlenfeld
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Der IBM eServer ist dabei ein Produkt des "Project Mach 1", das vor drei Jahren quer durch den gesamten Konzern angestoßen wurde. Dabei setzt IBM auf diverse Technologien, die in den eigenen Labors entwickelt wurden und schon heute bei vielen Lizenznehmern zu finden sind, darunter auch IBMs Kupfer-Chips sowie die Silicon-on-Insulator- und Memory-eXtension-Technologien. Doch auch Linux spielt bei IBMs nächster Server-Generation eine Rolle.

Die IBM eServer kommen dabei in diversen Klassen unter einer einheitlichen Marke auf den Markt, die auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse ausgelegt sind. Allen voran die zSerie im High-End-Bereich, gefolgt von der pSerie und der iSerie bis hinunter zur xSerie mit Intel-CPUs.

Zu den Features, durch die sich die neuen Server auszeichnen sollen, zählt unter anderem Capacity Advantage, eine Technologie, die es erlaubt, die Kapazität des Servers in zwei Dimensionen je nach Bedarf zu erweitern (Capacity Upgrade on Demand = CUoD). Vertikales CUoD meint dabei das Hinzuschalten zusätzlicher Prozessoren, die bereits im System integriert sind. Horizontales CUoD meint bei IBM das Hinzufügen von vorinstallierten Servern auf Kundenseite. Zudem bieten die Systeme Logical Partitioning (LPAR), das ursprünglich für IBM Mainframes entwickelt wurde. Diese Technologie ist allerdings zunächst der zSerie und der iSeries vorbehalten. Die pSeries und xSeries sollen in Zukunft jedoch auch damit ausgestattet werden.

Außerdem sollen alle Serien über High Availability Clustering verfügen, ein Feature, das ebenfalls aus IBMs Mainframewelt übernommen wurde. Hinzu kommen eine hohe Fehlertoleranz, d.h unter anderem redundante und im Betrieb austauschbare (hot-pluggable) Komponenten.

Softwareseitig will IBM Entwicklern ein Toolkit zur Verfügung stellen, das es Kunden und Softwareentwicklern erlaubt, skalierbare Applikationen zu entwickeln, die einmal geschrieben auf allen Servern laufen. Zudem unterstützt IBM Industriestandards wie Java, XML, HTTP, HTML und Linux.

Die Systeme sollen dabei alle für Linux vorbereitet sein, zehn weltweite Linux Porting Centers sollen Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Applikationen helfen. Zudem bietet IBM optional den IBM WebSphere Application Server an.

Als erstes Produkt dieser neuen Strategie stellt das Unternehmen den IBM zSeries 900 Mainframe vor, der mit IBMs neuem 64-Bit-Betriebssystem z/OS läuft. Dabei zielt IBM vor allem darauf ab, Sun- und HP-Marktanteile abzunehmen und erklärt in der entsprechenden Pressemitteilung selbstbewusst, dass ein z900 eine ähnliche Leistung vollbringt, wie ein Fußballfeld voll mit Sun- oder HP-Servern. Aber auch Linux-Applikationen sollen auf dem z900 ohne großen Aufwand lauffähig sein.

Herzstück von IBMs neuem High-End-Server bildet das IBM Multichip Module (MCM), das auf einem Raum von etwa 13 cm x 13 cm x 0,6 cm 35 Chips auf 101 Glaskeramik-Schichten verbunden mit 4.226 I/O Pins und 1 Kilometer Draht unterbringt. Das Modul basiert auf IBMs Kupfer-Technologie und besitzt insgesamt etwa 2,5 Milliarden Transistoren.

So soll ein z900 mit 16 Modulen bzw. Prozessoren auf eine Rechenleistung von 2.500 MIPs kommen und allein 300 Millionen Transaktionen pro Tag bewältigen. Als Cluster soll der z900 bis zu 9 Milliarden Transaktionen pro Tag verarbeiten können. Die Bandbreite des Systems liegt mit 24 GB/Sekunde zudem deutlich höher als bei IBMs bisherigem Top-Mainframe G6, der 8 GB Daten pro Sekunde bewältigen kann.

IBM will den zSeries 900 am 18. Dezember auf den Markt bringen.


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