Studie sieht WAP nur im Formtief: 2005 startet WAP durch
Forrester prognostiziert späten Erfolg von WAP
Obwohl überall in Europa WAP-Angebote für die mobilen Internetanwender und mittlerweile auch die erforderlichen Endgeräte zur Verfügung stehen, kränkeln die Nutzerzahlen der zahlreichen WAP-Dienste. Der Marktforscher Forrester prognostiziert dennoch einen Boom - wenngleich dieser zeitversetzt eintreten soll.
2005 sollen sage und schreibe 54 Prozent der europäischen Handybesitzer mobile Internetservices benutzen, obwohl der Forrester-Analyst Matthew M. Nordan zugibt, dass WAP heute eher bezeichnend für das Scheitern von mobilen Internetzugängen ist. Dies sei kein Wunder, weil die Dienste den Anwender durch Langsamkeit und Unzuverlässigkeit nerven würden.
Das heutige WAP befindet sich nach Nordans Meinung auf dem Stand, in dem sich das Web 1995 zu Zeiten des Mosaic Browsers befunden hätte.
Innerhalb des kommenden Jahres sollen die technischen Schwierigkeiten bei den Serviceanbietern und Hardwareherstellern jedoch weitestgehend behoben sein und die Nutzerzahlen deutlich steigen. Zu den aufwertenden Elementen gehörten neben WAP 1.2 mit Pushdiensten auch schnellere Zugriffsverfahren wie GPRS.
Solange die Anwender von hohen Kosten und mangelhaften Services abgeschreckt werden, sollten sich Inhalteanbieter, E-Commerce-Anbieter und Banken allerdings mit mobilen Diensten zurückhalten, rät Forrester. Durch enttäuschte Nutzer könne in der Öffentlichkeit das Bild entstehen, mobile Internetservices seien sinnlos.
Eine ähnliche Sicht der Dinge hat auch der Bremerhavener Informatikprofessor Edgar Einemann, der für das Magazin den Stand der WAP-Nutzungsmöglichkeiten untersuchte. Der Studie zufolge sei es eher unwahrscheinlich, dass die heutigen Endgeräte, Übertragungstechnologien und eben auch WAP beim mobilen Internetzugang eine Schlüsselrolle spielen. "Wahrscheinlich wird sich der mobile Internet-Nutzer in fünf Jahren gar nicht an das WAP des Jahres 2000 erinnern", meinte der Bremerhavener Informatikprofessor.
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