Umfrage: Hessen erhält die Note "4,6" als Firmenstandort
Seals stellt Umfrage über die New Economy in Hessen vor
Die hessische Internet-Wirtschaft fühlt sich von der Politik benachteiligt, das hat eine regionale Umfrage der Frankfurter Internet-Firma Seals GmbH ergeben. Bei der Befragung von Führungskräften der New Economy aus der Region schrieben die Unternehmer den hessischen Politikern die Durchschnittsnote "4,6" ins Zeugnis.
"Kein Interesse von Seiten der Politiker, keinerlei Unterstützung durch die Hessische Regierung, keine Förderung für die Region" waren die häufigsten Beschwerden der Unternehmen. "Wir sollen und wollen Arbeitsplätze schaffen, die Politik krümmt keinen Finger", resümiert Seals-Gründer und Geschäftsführer Marcus Laube die Meinung der hessischen Dotcom-Wirtschaft.
Nicht eines der befragten Internet-Unternehmen stellte in der Seals-Umfrage der Rhein-Main-Region die Note 1 aus. Zum Vergleich: 70 Prozent bedachten sowohl Berlin als auch München mit der besten Note. Hamburg erhielt von 38 Prozent der Befragten die Note 1, das Ruhrgebiet von 15 Prozent und Stuttgart immerhin noch von 8 Prozent.
"Das Rhein-Main-Gebiet hat sich in der Umfrage als klares Schlusslicht entpuppt", stellt Seals-Chef Marcus Laube ernüchtert fest.
Immerhin 38 Prozent der befragten Start-up-Unternehmen vergaben die Note 2 an das Rhein-Main-Gebiet als Gründerregion, weitere 31 Prozent schrieben eine glatte "3" ins Zeugnis der Region. Auf der Positiv-Seite wurden vor allem die zentrale Lage und die gute Infrastruktur genannt, aber auch die Nähe zu den Finanzinstituten fand das Lob der Firmengründer. 46 Prozent sehen es als wichtigen Vorteil der Region an, dass der zentrale deutsche Internet-Austauschknoten DE-CIX (Deutscher Commercial Internet Exchange) im InterXion Internet Exchange Center (IEC) in Frankfurt beheimatet ist.
Allerdings: Beinahe ein Viertel der Führungskräfte der New Economy (23 Prozent) bedachten Frankfurt und Umgebung mit der Note 4 oder gar noch schlechter.
Das größte Problem der befragten Start-ups stelle die träge Bürokratie dar. 78 Prozent der Firmengründer beklagen das lähmend langsame Arbeitstempo und die mangelnde Flexibilität der hessischen Behörden. Die Eintragung eines neuen Unternehmens ins Handelsregister dauert nach Erfahrungen der Start-ups oftmals länger als die Beschaffung von Risikokapital in Millionenhöhe bei Investmentgesellschaften. Zweiter neuralgischer Punkt stellt laut Seals-Umfrage der leer gefegte Personalmarkt dar. 70 Prozent der Unternehmer werten die mangelnde Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter als großes (30 Prozent) oder sogar sehr großes (40 Prozent) Problem.
Die Green-Card-Initiative schafft bislang offenbar keine Abhilfe: Im Durchschnitt haben die Firmen nicht einmal einen Mitarbeiter mit Green Card einstellen können. An dritter Stelle auf der Beschwerde-Liste der hessischen Internet-Wirtschaft steht die mangelhafte Start-up-Kultur des Rhein-Main-Gebiets. 62 Prozent der von Seals befragten Manager vermissen in der Main-Metropole die Aufbruchstimmung der New Economy, die sie in Berlin oder München beobachten. Hohe Mieten für Büroräume stellen für 45 Prozent der Start-ups ein Problem dar. 23 Prozent klagen generell über Schwierigkeiten, geeignete Räumlichkeiten zu finden.
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