Spieletest: Cultures - Aufbaustrategie zum Liebhaben
Gelungen präsentierte Aufbausimulation von Funatics und THQ. Aufbaustrategie-Spiele im Siedler-Look gibt es wahrlich mehr als genug. Braucht die Welt da wirklich ein weiteres Programm dieser Art? Definitiv ja – zumindest, wenn das Spiel 'Cultures' heißt und von den Programmierern von Funatics stammt.
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Den Wikingern in Grönland ging es vor etwa 1000 Jahren alles andere als gut: Heftige Unwetter und permanente Dunkelheit haben für eine bedrohliche Lebensmittelknappheit gesorgt, Überschwemmungen und Ressourcenmangel sind an der Tagesordnung. Um diese missliche Situation zu beheben, wird dringend die wärmende Kraft der Sonne benötigt, die aber dummerweise in sechs Teile zerbrochen und über den Erdball verstreut ist. Der Wikingerjunge Bjarni macht sich auf, den Grönländern die Sonne zurückzubringen – und schon allein auf Grund des liebevoll gerenderten Intros erklärt sich der Spieler gerne bereit, dem Kleinen ein wenig unter die Arme zu greifen.
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Der Missionsaufbau erinnert dabei zuerst deutlich an Siedler und Konsorten: Lebensmittel müssen entweder gejagt oder angebaut werden, Holz wird zur Errichtung der ersten Gebäude benötigt, einfache Berufe wie Jäger und Holzfäller wollen erlernt werden. Allerdings lässt sich in Cultures jeder Charakter individuell steuern, der Spieler verfügt also über das Schicksal jedes einzelnen, übrigens auch mit Namen versehenen Schützlings.
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Mit der Zeit lernen die Wikinger dazu und sammeln Erfahrungspunkte, die im Verlaufe des Spieles dringend benötigt werden, um komplexere und herausfordernde Beschäftigungen anzunehmen – unter den mehr als 30 Berufen finden sich unter anderem auch Druiden, Pilzesammler und Bierbrauer. Dabei gehören allerdings nur die männlichen Wikinger zum arbeitenden Volk, denn die Frauen beschränken sich auf die Führung des Haushaltes. Allerdings beschweren sie sich lauthals, wenn man ihnen nicht beizeiten einen Mann zuteilt, der den Tages- bzw. Nachtablauf ein klein wenig aufregender gestaltet.
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Das Ergebnis dieser nächtlichen Freizeitbeschäftigung erkennt man dann zumeist in süß animierten kleinen Wikingerbabys, die bis zum arbeitsfähigen Alter hauptsächlich Nahrungsmittel verschlingen und Ressourcen aufbrauchen – noch mehr Arbeit für die Männer also. Natürlich beschränkt sich die Berufswahl für die Erwachsenen nicht nur auf das konstruktive Erschaffen, auch eine Armee muss beizeiten errichtet werden, um andere Stämme wie Mayas und Eskimos in Schach halten zu können.
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Die Präsentation gehört zum besten, was man in diesem Genre bisher erleben durfte: Die Wikinger sind wunderbar gezeichnet, die Hintergründe animiert: Mal rennen Bären und Rehe durch den Wald, dann sieht man Fische im glitzernden Wasser schwimmen. Auch akustisch wartet Cultures mit unzähligen kleinen Effekten und schönen Hintergrundmusiken auf.
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Der größte Vorzug des Programmes liegt allerdings in der riesigen Komplexität begründet. Selten mussten so viele Kreisläufe gleichzeitig überwacht werden, konnten Entscheidungen des Spielers derart weitreichende Folgen nach sich ziehen wie in diesem Fall. Der Haken an der Sache ist nun natürlich, dass Cultures eine enorme Einarbeitungszeit verlangt, um all die Features auch verstehen und nutzen zu können.
Fazit: Erinnert Cultures im ersten Moment auch stark an bekannte Aufbaustrategiespiele, kann das Gameplay auf lange Sicht durch enorme Handlungsfreiheit und Komplexität überzeugen. Da zudem die Präsentation vorzüglich gelungen ist, werden Freunde der Aufbaustrategie dieses Programm schnell ins Herz schließen. Das Team von Funatics, das sich übrigens zum Teil aus früheren Mitarbeitern von Blue Byte und somit Erschaffern der Siedler zusammensetzt, hat ganze Arbeit geleistet.