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ECTS: NVidia überall

T&L erreicht kritische Masse an Unterstützung durch Softwareentwickler. Hersteller von Grafikchips und Grafikkarten sind von Spielemessen wie der ECTS nicht mehr wegzudenken: Sie sind nicht nur mit eigenen Ständen vertreten, auch ihre Logos prangen auf Demonstrationsrechnern der Spielehersteller bzw. -entwickler. Waren es früher jedoch noch 3dfx-Logos, so konnte sich NVidia mittlerweile den Platz in der oberen linken Ecke des Monitorgehäuses sichern. Entsprechend viele 3D-Spiele wurden mit T&L-Unterstützung gezeigt oder angekündigt.
/ Christian Klaß
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Das ist allerdings nicht nur NVidias Marketingabteilung zu verdanken, die in T&L die Zukunft sieht, sondern liegt auch daran, dass die kurz vor der Fertigstellung oder in Entwicklung befindliche Generation von Spielen endlich die Features von Microsofts aktueller Grafikschnittstelle DirectX 7 ausnutzt. Zu diesen Features zählt eben auch Transform & Lighting (T&L).

Die nächste Version, DirectX 8, die sich kurz vor der Fertigstellung befindet und noch für dieses Jahr zu erwarten ist, soll laut 3dfx-CEO Scott Sellers jedoch einen wesentlich größeren Sprung in der Grafikqualität bringen als der Umstieg von DirectX 6 auf DirectX 7. So werden nicht nur die von 3dfx vor Produktstart der verspäteten Voodoo5-Grafikkarten massiv propagierten T-Buffer-Effekte für Tiefenschärfe und Bewegungsunschärfe ihren Weg in DirectX 8 gefunden haben, sondern auch die in GeForce2- und den konkurrierenden ATI Radeon-Grafikkarten zu findenden Pixel-Shader-Effekte. Mit ihnen wird es laut NVidia und ATI möglich, texturierte 3D-Objekte plastischer und damit noch einen Tick realistischer wirken zu lassen.

Bis jetzt gibt es allerdings laut Sellers noch keine Grafikkarte, die alle DirectX-8-Features unterstützt. Zudem werde es im Gegensatz zu vorherigen DirectX-Versionen erstmals eine Zertifizierung für Grafikchips- bzw. -karten geben, nach der gewisse Mindestvoraussetzungen erfüllt sein müssen, bevor sich ein Produkt DirectX-8-kompatibel nennen darf. Da die komplette Featureliste offenbar noch nicht ganz feststeht, scheinen die Grafikkartenhersteller momentan vorsichtig mit Produkt-Neuankündigungen zu sein.

Neue Grafikkartentechnologien scheinen dieses Jahr indes nicht mehr zu erscheinen: 3dfx arbeitet mit der Neu-Akquisition GigaPixel gemeinsam an Rampage und laut Branchengeflüster an einem weiteren Produkt, die beide frühestens im nächsten Jahr erscheinen. Auch der von Matrox erwartete G800-Grafikprozessor wird wohl doch noch nicht in diesem Jahr erscheinen. Fürs Weihnachtsgeschäft wäre Matrox eh schon reichlich spät dran. Die nächste Grafikprozessor-Generation aus dem Hause NVidia, der NV20, wird deshalb erst im nächsten Frühjahr vorgestellt, wie von NVidia gewohnt. Auch von den anderen Herstellern dürften also erst im nächsten Frühjahr, vermutlich zur CeBIT 2001, neue Produktgenerationen zu erwarten sein.

Allerdings ist der einstige Branchenprimus 3dfx wild entschlossen, NVidia noch in diesem Jahr mit bestehender Technik - also mit dem VSA100-Chip - zu schlagen und die Performance-Krone abzunehmen. Die möglicherweise dazu fähige Voodoo5 6000, ausgestattet mit insgesamt vier VSA100-Grafikchips und 128 MB Speicher (32 MB/Grafikchip), ist jedoch noch immer nicht erhältlich. 3dfx kann zwar noch immer kein Lieferdatum nennen, demonstrierte aber auf der ECTS eine fast fertige Voodoo5 6000, die selbst in hohen Auflösungen bei aktiviertem Anti-Aliasing recht flüssig unter Quake 3 lief. Doch der Preis der Karte dürfte recht nahe an dem der GeForce2 Ultra und demnach bei deutlich über 1.000,- DM liegen.


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