Hessen: Buchführung mit SAP - Ende des Kameralismus
75 Millionen DM Einsparvolumen möglich
Der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) gab am Donnerstag den Startschuss für das Projekt, bei dem Hessen als erstes Bundesland die bisher übliche kameralistische Buchführung der Verwaltung verlässt. SAP liefert die dazu nötige Software und das Know-how.
Die Kosten für die Einführung der Software betrügen rund 100 Millionen Mark, sagte Weimar. Bis 2008 soll die Umstellung vollzogen sein, Ende 2001 beginnt die Zentrale Besoldungsstelle, die Straßenverkehrs- und die Umweltverwaltung als erste Behörden damit.
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Das Land erwarte mehr Überblick über seine Ausgaben und eine Vereinfachung der Verwaltung. Bisher gebe es in der Landesverwaltung mit ihren 160.000 Mitarbeitern 4.000 bis 5.000 verschiedene Systemabläufe für Verwaltungsakte. Mit der Einführung der SAP-Software haben sich die Planer viel vorgenommen: Künftig werden alle Verwaltungsakte auf ein System vereinheitlicht.
Damit könne das Land künftig rund 75 Millionen Mark im Jahr sparen, sagte der Projektbeauftragte beim Finanzministerium, Adolf Bärmann. Das Vorhaben könne aber nur gelingen, wenn die Mitarbeiter es unterstützten, betonte Minister Weimar. Damit dies gelingen kann, will das Land den Etat für Fortbildung im nächsten Jahr erhöhen.
Die Umstellung der staatlichen Buchführung wird in Hessen seit Jahren diskutiert, erste Projekte gab es bereits unter rot-grüner Regierungszeit.
Am traditionellen kameralistischen System kritisieren Experten, dass es die Kosten nur allgemein für ganze Bereiche, nicht aber für das einzelne "Verwaltungsprodukt" darstellt.
Bei Anschaffungen werde die einmalige Ausgabe, nicht aber die Abschreibung und der aktuelle Wert zum Beispiel von Dienstfahrzeugen dargestellt. Damit fehle der Politik Datenmaterial, um Fehlentwicklungen bei den Kosten zu begegnen, sagte Weimar.
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