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Studie: Jugendliche und SMS

Wissenschaftliche Forschungsarbeit zu Motiven von Handynutzern. Immer mehr Deutsche verfügen über Mobiltelefone und nutzen diese auch zum Austausch von elektronischen Textbotschaften per Short Message Service (SMS). Eine wissenschaftliche Forschungsarbeit zur Verbreitung, den Gebrauchsmotiven und den Auswirkungen der Nutzung von SMS unter Jugendlichen hat nun die Universität Erfurt vorgelegt.
/ Christian Klaß
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Im vorigen Jahr sind hier zu Lande bereits um die fünf Milliarden Kurznachrichten über die Mobilfunknetze von T-Mobil, Mannesmann, E-Plus und Viag Interkom verschickt worden, Tendenz steigend. Durch die Prepaid-Karten, die eine Verwendung des Handys ohne feste monatliche Grundgebühren erlauben, habe die SMS-Nutzung unter Jugendlichen einen Schub erfahren.

Für die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die im Rahmen der Studie befragt wurden, bietet SMS eine ideale Möglichkeit, Verabredungen zu treffen und sich nach dem Befinden der Freunde zu erkundigen. Alle Jugendlichen befürworten das Flirten per SMS, das zumindest zeitweise "richtig Spaß macht", so die Studie.

Auffällig sei dabei die Bereitschaft zur Kontaktaufnahme per SMS mit Menschen, die man persönlich noch nicht getroffen hat. Die Verfügbarkeit des Mediums, beispielsweise in Notsituationen, gepaart mit der ständigen Erreichbarkeit werden ebenfalls als angenehm und vorteilhaft eingeschätzt. Bereits deutlich weniger relevant sind Aspekte der Lebenshilfe, z.B. für den Austausch von Ratschlägen oder die stärkere Bindung an Freunde in dem Wissen, dass andere Leute an einen denken.

Dabei werden alle diese Motive von Mädchen eher genannt als von Jungen. Allgemein beschreiben die Jugendlichen den Dienst als leicht bedienbar, persönlich, nicht aufdringlich bzw. überflüssig sowie unterhaltsam. Aber die Freude ist nicht ungetrübt, denn wie die Allgegenwart des mobilen Telefons wird auch das SMS-Gepiepe schon oft als aufdringlich empfunden: Über die Hälfte der befragten Jugendlichen fühlt sich durchaus "genervt", wenn Andere in ihrer Anwesenheit SMS-Nachrichten schreiben.

Die Initiatoren der Studie, Prof. Dr. Joachim Höflich und Prof. Dr. Patrick Rössler, betonen die Bedeutung der Kurzbotschaften für die Organisation des Alltags Heranwachsender: "SMS-Botschaften dienen zur Rückversicherung in einem Zeitalter der Mobilität: Man teilt sich mit, wo man gerade ist und was man tut – und unter Partnern schwingt da sogar ein bisschen Kontrolle mit."


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