Studie: Bürgermeister vernachlässigen ihre Internet-Gemeinde
Viele deutsche Großstädte glänzen im Netz mit aufwendig gestalteten Web-Seiten, aber offenbar trügt häufig der Schein. Was zunächst als virtuelles Rathaus, virtueller Bürgermeister oder virtuelles Bürgeramt angepriesen wird, ist nicht mehr als ein Infokasten in Form einer Internetseite, die zwar gepflegt, aber nicht vollkommen den Möglichkeiten des Mediums gerecht wird. Der Bürger erfährt hier zwar Öffnungszeiten und die Adressen der wichtigsten Ämter, von virtuellen Bürgeramt kann jedoch noch keine Rede sein. Für wichtige Formalitäten, wie sie beispielsweise bei einem Umzug anfallen, muss man sich nach wie vor auf Ämtertour begeben, so die Studie im Ergebnis.
Besonders stiefmütterlich gehen die Bürgermeister der Metropolen München, Hamburg und Köln mit konkreten E-Mail-Anfragen zum kommunalen Service im Netz um. Sie antworteten Rat suchenden Bürgern erst im zweiten Anlauf und – wie auch Berlin und Frankfurt – lediglich mit einem knappen Verweis auf die Homepage der Stadt.
Ganz anders hingegegen das Bild bei kleineren Städten wie Hagen, Braunschweig oder Neuss. Hier überzeugten die Bürgermeister mit einer hohen Service-Orientierung, so Mummert und Partner.
Jeder vierte Bürgermeister antwortete noch am selben Tag, 19 Prozent am nächsten und weitere sechs Prozent innerhalb von fünf Tagen. Insgesamt ist die Qualität der Antworten nicht einheitlich: 30 Prozent der angemailten Stadtväter verwiesen kommentarlos auf ihre Homepage. Etwa jeder vierte lieferte noch kurze Erläuterungen dazu. Weitere 22 Prozent der insgesamt 54 befragten Bürgermeisterämter reagierten mit einer eingehenden Beratung via E-Mail.
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