dmmv Projektgruppe Adserver setzt auf Redirect-Verfahren
Werbetreibende Firmen im Onlinebereich setzen seit einigen Jahren in immer stärkerem Masse eigene Adserver-Systeme als ein Mittel des intelligenten Admanagements ein. Dabei treten häufig Unterschiede in der Messung der Werbemittelkontakte zwischen den Adservern der Werbeträger und der Agenturen auf. Ein standardisiertes Messverfahren zur Erhebung der Werbemittelkontakte fehlt bislang.
42 Marktteilnehmer des Online-Werbemarktes waren der Einladung des dmmv gefolgt um gemeinsam Hindernisse bei der Messung von Online-Werbung zu erkennen und Lösungstrategien zu entwickeln.
Wichtigstes Ergebnis der Sitzung war die Feststellung, dass das Hauptproblem der Messunterschiede nur bedingt auf die eingesetzte Technik der anwesenden Anbieter zurückzuführen sei: Eine nicht ausreichende Einweisung der Mitarbeiter bei der Bedienung der Technik sowie inner- und zwischenbetriebliche Kommunikationsschwierigkeiten verursachen abweichende oder ungenaue Messergebnisse, resümiert der dmmv. Häufig würden technisch weniger versierte Mitarbeiter über ein Problem sprechen und nicht in der Lage sein eine Lösung zu finden. Diese Situation trete dann auf, wenn nicht erkannt wird, dass hier ein technisches Problem vorliegt. So könne es vorkommen, dass Tags falsch eingebunden oder die Anweisungen des Adserver-Entwicklers zur Nutzung eines Adservers nicht genau befolgt werden . Diese Fehler würden dann oft neue Schwierigkeiten verursachen.
Daher sieht die Projektgruppe Adserver ihren zukünftigen Arbeitsschwerpunkt in der Entwicklung eines Leitfadens für alle Marktteilnehmer. Dieser soll einen Standard-Workflow und Hinweise zur optimalen Nutzung von Adservern enthalten. Zudem will die Projektgruppe an einer weitgehenden Automatisierung des Arbeitsablaufes bei der Einbindung von Adserver-Systemen arbeiten, z.B. die Verknüpfung von Adservern mit Shop-Systemen, Planungstools und Buchhaltungssoftware.
Um diese Schwierigkeiten zu meistern, wollen die Marktteilnehmer regelmäßige Treffen abhalten und so die kontinuierliche Lösungsfindung als feste "dmmv-Projektgruppe Adserver" voran treiben.
Ein Beschluss wurde bereits in Berlin bei der Gründungssitzung gefasst: Die Teilnehmer empfehlen das Redirect-Verfahren für die Erfolgsmessung der Werbung, da dieses den Werbemittelabruf am genauesten messen kann und sich bislang bewährt hat.
Die Verwendung des Redirect-Befehls ermöglicht die direkte Zählung des Werbemittels, da es über einen separaten Request gezielt von einem Adserver angefordert wird und damit die Auslieferung erfasst werden kann. Wenn der Besucher die Auslieferung der Web-Seite durch Clicken auf den Stop- oder Back-Button oder durch Eingabe einer neuen URL abbricht, werde kein Impression gezählt, da der sogenannte "AdRequest" nicht erst zum Adserver gelangt. Ohne Verwendung des Redirect-Befehls würde in dieser Situation bereits ein "AdImpression" gezählt werden, wenn der Adserver das Werbemittel an den Content Server übergibt. Ohne Verwendung des Redirect-Befehls würden so die gezählten "AdImpressions" also durch Impressions verwässert, die nie die Chance hatten von einem Besucher der Website gesehen zu werden, so die Projektgruppe Adserver.
Weiterhin biete das Redirect-Verfahren bessere Möglichkeiten, das Caching der Werbemittel zu verhindern, ohne das Caching der Seiteninhalte zu beeinträchtigen, das in den meisten Fällen von Site-Betreibern und ISPs erwünscht ist.
Der neue "dmmv-Arbeitskreis Adserver" wird geleitet von Antje Quellmalz (Pixelpark AG, Berlin) und Ruediger Reh (DoubleClick Inc. TechSolutions, Hamburg).
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