Studie: B2B-Internet-Marktplätze mit starken Servicelücken
Nur 15 Prozent der untersuchten B2B-Marktplätze bieten dem Nutzer in allen wichtigen Geschäftsphasen wirklich zufrieden stellende Unterstützung an. Mehr als die Hälfte unterstützt wesentliche Phasen der Geschäftsabwicklung überhaupt nicht. Jeder zweite Marktplatz sei lediglich ein Treffpunkt, obwohl technisch mehr möglich wäre, so die Studie.
Die Vereinbarung und Abwicklung von Transaktionen bleibt so oft der Kreativität der Partner überlassen und erfordert am Ende doch häufig Telefonanrufe, Briefe und Faxe. Mummert kritisiert auch, dass die Nutzung nahezu aller B2B-Marktplätze Geld kostet.
Bei der Marktplatzgestaltung verlassen sich die untersuchten Branchen auf sich selbst. Partnerschaften zur Durchführung der einzelnen Geschäftsphasen werden von den untersuchten Unternehmen selten eingegangen. Die Folge: Es treten viele Marktplatzbetreiber selbst als Vertragspartner auf. Sie organisieren in diesem Zusammenhang beispielsweise die Logistik oder sichern mit Hilfe von TradeSafe-Services – Ware erst nach Bezahlung – die Transaktionen ab.
Ein optimal arbeitender B2B-Marktplatz muss den gesamten Prozess von der Informationsphase bis hin zur Lieferung begleiten, so die Studie. Dabei sollte er benutzerfreundlich aufgebaut sein und auf Anfrage jederzeit die wichtigsten Informationen über den Platz selbst sowie seine Bedienung und die geltenden allgemeinen Geschäftsbedingungen anzeigen. Kommt es zum Vertragabschluss, sollte der Marktplatz Begleitservices wie Finanzierung und Versicherung anbieten. Auch die gesamte Abwicklung – Organisation der Logistik, Rechnungsstellung und Zahlung – muss elektronisch durchgeführt werden.
Die Studie der Mummert + Partner Unternehmensberatung wurde in Zusammenarbeit mit dem ersten deutschen Lehrstuhl für E-Commerce von Prof. Dr. Bernd Skiera an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main erstellt. Untersucht wurde ein Querschnitt von 20 globalen, auch für deutsche Unternehmen zugänglichen B2B-Marktplätzen. Die Auswahl umfasste sowohl die Sektoren Industrie, Landwirtschaft, Gesundheit, Finanzen als auch die horizontalen Querschnittsmärkte. In Europa gibt es zurzeit 200 virtuelle Marktplätze bei einer Wachstumsrate von 40 Prozent.
Deutschland soll – so die Marktanalysten – mit rund 20 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2003 der Spitzenreiter in Europa sein.
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