Massive Untersützung für die EuroLinux-Petition
Bei den 20.000 Unterzeichnern handelt es sich im Wesentlichen um Informationstechniker. 300 von ihnen sind leitende Angestellte (Geschäftsführer, Technischer Direktor etc.) von Firmen. Ferner wird die Petition von etwa 50 Firmen und über 20 Verbänden unterstützt. Interessanterweise waren auch viele Angestellte von Großkonzernen wie IBM, Siemens und Alcatel dabei.
Neben den Patentämtern und Patentanwaltsvereinigen sind es nach Angaben der Initiatoren der Petition vor allem die Rechtsabteilungen von Großkonzernen, die bei der EU-Kommission auf eine Ausweitung des Patentsystems drängen.
Philip Sargent, Hauptgeschäftsführer von Metaweb, einer Web-Datenbank-Softwareschmiede in Silicon Fen bei Cambridge, schreibt: "Wir haben gesehen, welche monopolfördernden Wirkungen Softwarepatente in den USA haben, und wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Fehler hier wiederholt wird."
Klaus Weidner von der WMP GmbH aus München schreibt: "Patente sind dazu da, Erfindungen und technischen Fortschritt zu fördern. Softwarepatente hätten aber genau die gegenteilige Wirkung. Das Zusammenwirken von Programmen erfordert entweder offene Schnittstellen oder die Möglichkeit der Rekonstruktion undurchsichtiger Schnittstellen oder Dateiformate."
Rechtsanwalt Dipl.-Phys. Jürgen Siepman, Justiziar des Linux-Verband e.V., warnt: "Die Binnenmarkt-Generaldirektion der Europäischen Kommission ist fester denn je entschlossen, die Patentierbarkeit von Programmierkonzepten durchzudrücken. Die meisten diesbezüglichen Entscheidungen werden in Europa derzeit unter Druck gefällt. Für eine Erforschung der volkswirtschaftlichen Folgen oder eine Rücksichtnahme auf die öffentliche Meinung bleibt da wenig Spielraum."
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