Werberat: Fehltritte von Internet-Firmen nehmen zu
Auf die Bewerbung der Internet-Firmen in klassischen Medien entfielen die meisten Proteste von allen Branchen mit einem Anteil von 21 Prozent (27 betroffene Werbemaßnahmen). Dies bedeutet für diesen Wirtschaftszweig mehr als eine Verdoppelung von Werbekritik gegenüber der ersten Hälfte des Jahres 1999 (elf Fälle).
Ein Sprecher des Werberats führt den steilen Anstieg auf mangelnde Professionalität in der Marktkommunikation mancher Internet-Firmen zurück. Um rasch Marktbedeutung zu erlangen, versuchten solche Unternehmen durch provozierende Bildmotive die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
So habe beispielsweise ein Internet-Reiseunternehmen mit der Abbildung eines schwitzenden halb nackten Mannes geworben, der mit zwei leichtbekleideten Asiatinnen im Bett liegt. Der Text dazu "Manchmal bereuen wir, dass wir so günstige Flüge vermitteln. Sie sagen uns, was Sie zahlen wollen. Wir besorgen's Ihnen."
Um solche, die Menschenwürde verletzenden Entgleisungen vermeiden zu können, sollten Internet-Firmen ihre Werbemaßnahmen in professionelle Hände legen, empfiehlt der Werberat.
Von den 128 vom Werberat zu beurteilenden Fälle des ersten Halbjahres beanstandete das Sachverständigen-Gremium 51 Werbemaßnahmen. Bis auf einen Fall beugten sich die Unternehmen dem Votum und zogen ihre Werbung zurück oder änderten sie.
Vom Werberat behandelt wurden insgesamt 128 Vorgänge. Das war ein Viertel mehr als in der ersten Hälfte des Vorjahres.