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Spieletest: Grand Prix 3 - Stilvolles Rasen

Dritter Teil der legendären Rennspielserie. Vor knapp vier Jahren schufen Entwickler-Legende Geoff Crammond und Microprose mit "Grand Prix 2" die bis dahin realistischste und beste digitale Formel-1-Simulation, die selbst heute noch unter vielen als Referenz im Rennspielgenre gilt. Kein Wunder also, dass die Erwartungen an den soeben erschienenen Nachfolger mehr als hoch waren.
/ Thorsten Wiesner
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Wie schon von den bisherigen beiden Titeln der Grand-Prix-Serie bekannt, verfügt man auch hier wieder über die offizielle Lizenz der FIA, kann aber nur auf Daten der 98er Saison zurückgreifen, so dass aktuelle Veränderungen an Teams, Fahrern und Strecken nicht berücksichtigt wurden. Per integriertem Editor lassen sich derartige Änderungen jedoch problemlos vornehmen. Als Spieloptionen stehen neben dem bekannten 'Schnellen Rennen' die üblichen Weltmeisterschaftsrennen und das Fahren einer kompletten Saison zur Auswahl.

Das Hauptaugenmerk liegt auch bei Grand Prix 3 wieder auf einem möglichst hohen Realismusgrad. Um das Fahrverhalten der Rennwagen so originalgetreu wie möglich zu simulieren, arbeiteten die Programmierer eng mit dem Formel-1-Team von Arrows zusammen, was sich in einer perfekten Fahrphysik niederschlug. Andererseits war das ja bereits eine der hervorstechendsten Eigenschaften des Vorgängers, kein Wunder also, dass in dieser Hinsicht keinerlei Kritik möglich ist.

Die Präsentation hingegen ist nicht ganz so herausragend, wie man es vielleicht erhofft hatte. Zwar sind die Texturen der Wagen nun weitaus detaillierter, prinzipiell fühlt man sich allerdings jederzeit an den Vorgänger erinnert und vermag kaum, weltbewegende Unterschiede in grafischer Hinsicht auszumachen. Zudem wurde das monotone Motorensummen sogar vollständig aus "Grand Prix 2" übernommen, was schon etwas enttäuscht. Dafür glänzen die Strecken mit dem wirklichkeitsgetreuesten Design, das man bisher in einer Formel-1-Simulation begutachten durfte.

Während der Vorgänger noch ohne Wettereffekte auskommen musste, verpassten die Programmierer dem Spiel nun eine eigene Wetter-Engine, die schon mal für einen plötzlichen Regenfall mitten im Rennen sorgen kann. Vorbei also die Zeiten, in denen ein Rennen entweder komplett oder überhaupt nicht im Regen ausgetragen wurde, Überraschungseffekte sind nun an der Tagesordnung.

Einstellungs- und Tuningmöglichkeiten sind wie gewohnt in großem Ausmaß vorhanden und lassen viel Freiraum bei der Konfigurierung der Fahrzeuge. Prinzipiell fahren sich allerdings alle Rennwagen gleich, ob man nun im Ferrari oder im Arrows sitzt, hat auf den Rennverlauf keinen Einfluss. Begründet wird dies von Herstellerseite damit, dass alle Teams eine gleich große Chance auf den Rennsieg besitzen sollen und man Favoritenrollen verhindern wollte.

Fazit:
Ohne Zweifel stellt Grand Prix 3 die derzeit beste Formel-1-Simulation am PC dar. Kein anderes Programm kann einen derart hohen Realismusgrad, ein so gelungenes Fahrgefühl und dermaßen viele Einstellungsmöglichkeiten bieten. Dass man vielleicht dennoch ein bisschen enttäuscht ist, liegt an den relativ geringen Veränderungen zum Vorgänger. Andererseits: Wie soll man fast Perfektes auch schon groß verbessern?


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