UMTS-Versteigerung im Internet und Handy zu beobachten
Den Auktionären über die Schulter schauen
Fast in Echtzeit können die Bundesbürger in dieser Woche miterleben, wie sich die Taschen von Finanzminister Hans Eichel beziehungsweise der Finanzkasse füllen: Mit umfangreichen Tabellen und einer Live-Kamera sorgt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) dafür, dass sich Internet-Nutzer stets über den jeweils letzten Stand der teuersten Auktion, die jemals in Deutschland stattgefunden hat, informieren können. Das berichtet der Spiegel in der aktuellen Ausgabe.

Öffentlichkeitsraum der Auktion
Mindestens 600 Millionen DM werden zusammenkommen, wenn
die Unterhändler von sieben Telekommunikationsfirmen von
diesem Montag an in einer ehemaligen US-Kaserne in Mainz um
die Frequenzblöcke für die nächste Mobilfunkgeneration
UMTS feilschen.
Dabei sollen ein kompliziertes, mehrstufiges Verfahren und die ständige Aufsicht eines Behördenmitarbeiters dafür sorgen, dass sich die Bieter nicht absprechen können. Vielleicht nur wenige Tage, womöglich aber mehrere Wochen wird sich die Auktion hinziehen, selbst zum Mittagessen dürfen die Bieter die Räume nicht verlassen. Am Ende werden vier bis sechs Firmen mit einer Lizenz nach Hause gehen.
Rechneten Branchenkenner im Frühjahr, als die UMTS-Versteigerung in London mit einem Gesamterlös von 75 Milliarden DM alle Prognosen weit übertraf, mit Staatseinnahmen bis zu 120 Milliarden DM, so sind nun die Erwartungen deutlich bescheidener.
Fünf der ursprünglich zwölf Bieter sind inzwischen abgesprungen. Die Planungen des Bundesfinanzministeriums bringt das aber noch nicht zu Fall, da es stets vorsichtig mit Zusatzeinnahmen von 20 Milliarden DM gerechnet hat. Das Geld soll nach jetziger Planung vor allem zur Schuldentilgung verwendet werden. Eichels Beamte erwarten, dass der Bund so rund eine Milliarde DM an Zinsen pro Jahr einsparen kann.
Besitzer von WAP-Handys können das Spektakel sogar von unterwegs auf den Seiten von waptune24.de verfolgen.
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