Gelungene Kombination aus Ego-Shooter, Rollenspiel und Adventure. Im Spielebusiness gibt es nur wenige Namen, die allgemein als Gütesiegel und Garant für überzeugendes Gameplay anerkannt werden. Geoff Cramond ist ein Beispiel, Peter Molyneux auch, vielleicht auch John Romero, obwohl dessen letzte Veröffentlichung Daikatana nicht wirklich überzeugen konnte. Ion Storm, die Company, für die auch Romero arbeitet, besitzt in Form von Warren Spector allerdings noch eine zweite Programmierlegende, die nun mit Deus Ex ihr bisheriges Meisterstück abliefert.
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Bereits Spectors frühere Veröffentlichungen, wie etwa das düstere System Shock oder das mittelalterliche Dark Project konnten nicht nur mit einer famosen Präsentation, sondern insbesondere mit abwechslungsreichem und innovativem Gameplay aufwarten. Auch Deus Ex ist prinzipiell mit bereits erschienenen Titeln nur schwer vergleichbar, der ausgewogene Mix aus Ego-Shooter, Rollenspiel und Adventure ist in dieser Form bisher noch von keinem anderen Programmierteam verwirklicht worden.
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Die Hintergrundgeschichte liefert zwar das sattsam bekannte dunkle Zukunftsszenario, mit dem sich schon Horden anderer Programme Atmosphäre einzuhauchen versuchten, wartet aber mit ein paar neuen Facetten auf: Die Industriekonzerne, die in ein paar Jahren über die Welt herrschen, haben Terroristenverbände in ihrer Hand, die zum Teil wahllos unzählige von Zivilisten niedermetzeln und so für Angst und Schrecken sorgen. Ein noch größeres Problem ist allerdings ein um sich greifender Virus, gegen den zwar ein Gegenmittel besteht, das sich aber nur äußerst reiche Personen leisten können.
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Als Anti-Terror-Agent JC Denton macht man sich nun daran, die Horden von Gangstergruppen und niederträchtigen Industriegiganten zu bekämpfen. Immer tiefer dringt man so in die Strukturen einer kaputten Gesellschaft ein, die sich durch selbsterschaffene Viren und unendliche Habgier das eigene Grab so gut wie fertig geschaufelt hat. Übrigens erinnert das Szenario nicht nur auf Grund der langen und der modischen Mäntel an den Film "Matrix", man hat insoweit schon des Öfteren das Gefühl, es hier mit der inoffiziellen Umsetzung des Leinwanderfolges zu tun zu haben.
Deus Ex wartet mit einer unglaublichen Vielzahl von Aktionsmöglichkeiten auf, insofern ist es fast zwingend, dass man das umfassende Tutorial absolviert, was schon mal gut und gerne eine Stunde dauern kann. Verzichtet man darauf, wird man im Spielverlauf so seine Probleme haben, wenn es darum geht, Bomben zu entschärfen, sich an Wachtrupps vorbeizuschleichen oder eine Armbrust zu bedienen.
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Der eigene Charakter verfügt über mehrere Persönlichkeitswerte, die im Spielverlauf ausgebaut werden können, was sich dann etwa in besseren Diplomatiefähigkeiten oder im gekonnteren Waffenumgang niederschlägt. Wer pure Action sucht, sei gewarnt, denn das Waffenarsenal ist zwar riesig, wer aber planlos drauflosballert, wird relativ zügig das schöne, aber auf Dauer doch etwas nervende Abschlussbild zu Gesicht kriegen. Überhaupt sollte man sich Zeit nehmen für Deus Ex, denn in fünf Minuten zwischendurch wird man weder in die dichte Atmosphäre des Programmes eindringen noch die komplexen Handlungsmöglichkeiten ausnutzen können.
Fazit: Warren Spector arbeitet mit Hochdruck daran, dass ihm im Spieleolymp ein großes Denkmal gesetzt wird. Deus Ex bietet nicht nur eine überzeugende Präsentation mit schönen, wenn auch sehr dunklen Grafiken, einer nervenzerreißenden Soundkulisse und wunderbarer englischer Sprachausgabe, sondern wartet auch mit Gameplayinnovationen auf, die das Spiel aus der Masse vergleichbarer Produktionen deutlich herausheben. Einzig die recht hohen Hardwareanforderungen, der hohe Schwierigkeitsgrad und die Tatsache, dass auf Grund einiger gewalttätiger Darstellungen das Spiel bald auf dem Index landen könnte, schmälern den Spielspaß ein wenig.