XPulsar@Home - Röntgenpulsare statt Aliens

Baden-Württembergs Schulen auf den Pfaden von SETI@Home

Während das US-Projekt SETI@Home in aller Munde ist, fristen andere, ähnlich gelagerte Projekte, eher ein Nischendasein, so auch Xpulsar@Home des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Theoretischen Astrophysik der Universität Tübingen, das dem SETI@Home-Projekt nacheifert. Das XPulsar@Home-Projekt ist zwar nicht so spektakulär wie die Suche nach Aliens, dafür soll es aber mit Sicherheit noch in der Lebenszeit der Beteiligten wissenschaftliche Ergebnisse liefern.

Artikel veröffentlicht am ,

Gegenstand des Xpulsar-Projekts sind Röntgenpulsare, intensive Röntgenquellen, die in regelmäßigen Pulsen Röntgenstrahlung bis zum Hunderttausendfachen der Strahlungsleistung unserer Sonne aussenden. Der Röntgenpulsar selbst ist ein stark magnetisierter, rasch rotierender Neutronenstern, der zusammen mit einem normalen Stern ein enges Doppelsternsystem bildet. Durch seinen kleinen Radius von nur etwa 10 km und seine im Vergleich dazu große Masse von ungefähr einer Sonnenmasse ist ein Neutronenstern ein äußerst kompaktes Objekt mit einer Dichte von 500 Millionen Tonnen pro Kubikzentimeter, also dem Mehrfachen der Dichte von Atomkernen.

Die Tübinger Astrophysiker beschäftigen sich nun mit einer Monte-Carlo-Simulation der Ausbreitung der Röntgenphotonen. Dabei wird ein Röntgenphoton am heißen Fleck auf dem Neutronenstern erzeugt, indem Ort, Richtung und Frequenz mittels Zufallszahlen bestimmt werden. Das Photon wird solange von Streuung zu Streuung verfolgt, bis es den Plasmastrom verlässt und aus dem Pulsarsystem entweicht. Die Anzahl der entweichenden Photonen wird als Funktion von Richtung und Energie tabelliert. Daraus lässt sich dann die Form des Röntgenpulses berechnen. Allerdings setzt dies voraus, dass für jedes Modell etwa eine Milliarde Photonen verfolgt werden. Um Röntgenpulsare wirklich zu verstehen, müssen viele verschiedene Modelle berechnet werden.

Hier setzt nun die Idee dieses Projekts an: Ein handelsüblicher PC kann in einer Stunde die Ausbreitung von etwa zehntausend Photonen berechnen, und dies wollen die Tübinger für sich nutzen. Wenn ausreichend Computerfreaks dieses Programm beim Surfen mitlaufen lassen würden, könnte jede Stunde ein weiteres Pulsarmodell berechnet werden.

Schade nur, dass sich das Projket ausschließlich auf Computernutzer und vor allem Schulen aus Baden-Württemberger konzentriert.

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