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Spieletest: Diablo 2 - Teuflisch gutes Spielvergnügen

Fortsetzung des erfolgreichen Action-Rollenspiels. Vor knapp vier Jahren sorgten die Programmierer von Blizzard Entertainment mit ihrem Titel Diablo erstmals für gewaltigen Aufruhr unter den Computerspielern. In bis dahin unbekannter Perfektion brillierte das ungewöhnliche Rollenspiel durch die dichte Atmosphäre, hervorragende Quests und ausgeprägte Action-Elemente, so dass es sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Kein Wunder also, dass die soeben erschienene Fortsetzung von unzähligen Anhängern bereits sehnsüchtigst erwartet wurde.
/ Thorsten Wiesner
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In einem der beeindruckendsten Intros der Computerspielgeschichte erfährt man, dass der eigentlich in Diablo 1 besiegte Herr der Finsternis wieder auferstanden ist und nun danach trachtet, die Weltherrschaft erneut an sich zu reißen. Der Spieler darf nun wählen, ob er das Böse als Barbar, als Zauberin, als Totenbeschwörer, Paladin oder Amazone bekämpfen möchte und es mit Horden von Zombies, Magiern und anderem Höllengewuchs aufnehmen will.

Verständlicherweise sind alle Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet und im Spielverlauf unterschiedlich gut für die einzelnen Quests geeignet. So ist der Barbar insbesondere für Anfänger empfehlenswert, da man mit ihm recht problemlos die ersten Gegner unsanft aus dem Weg räumen kann. Wer hingegen mehr die intellektuelle Komponente betonen will, findet beispielsweise im Totenbeschwörer einen nicht einfach zu spielenden, aber mehr als interessanten Charakter. Wie für Rollenspiele typisch, sammelt man im Verlauf der zu absolvierenden Aufgaben Erfahrungspunkte, die Levelanstiege und Verbesserungen der persönlichen Fähigkeiten ermöglichen.

Grafisch enttäuscht Diablo 2 auf den ersten Blick ein wenig, denn die isometrischen 2D-Ansichten wirken nicht mehr völlig zeitgemäß. Aber die etwas graue Hülle kann nicht über die fantastische Spielbarkeit und die beeindruckende Spieltiefe hinwegtäuschen. So funktioniert die Steuerung per Maus derart intuitiv, dass man bereits nach kürzester Zeit alle Handlungsmöglichkeiten im Griff hat. Auch das Echtzeit-Kampfsystem wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert, unkontrollierte Klickorgien gehören damit der Vergangenheit an.

So führt man denn Gespräche mit den vielen, zum Teil sehr liebevollen, aber auch äußerst obskuren NPCs, erfüllt die herausfordernden Aufgaben und baut seinen Charakter Schritt für Schritt weiter aus. Mit zunehmender Spieldauer wird man tiefer in die faszinierende Welt von Diablo 2 hineingezogen, so dass hier nach langer Zeit mal wieder ein Programm vorliegt, bei dem man wirklich die Zeit und alles andere um sich herum vergisst.

Fazit:
Nachdem man in letzter Zeit von anderen sehnlichst herbeigewünschten Titeln zumeist enttäuscht wurde, kann Diablo 2 mehr als nur zufrieden stellen. Der einzige Kritikpunkt, die nicht mehr ganz zeitgemäße Präsentation, ist im Hinblick auf das faszinierende Gameplay, die hohe Motivation und den Langzeitspielspaß nahezu irrelevant. Selten war das Geld für ein Programm also besser investiert als hier, was anscheinend schon eine ganze Reihe von Käufern realisiert hat – angeblich kommt Havas Interactive kaum mit der Produktion des seit letzter Woche erhältlichen Programms nach.

Anmerkung:
Mittlerweile ist übrigens auch der zweite Patch verfügbar, der Probleme im Multiplayer-Modus und beim Anlegen von Spielständen behebt. Der Download ist über die Diablo-2-Website möglich.


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