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Spieletest: Daikatana - 3D-Shooter für Profis

Anspruchsvolle Action. Viel Lärm um nichts – wenn man böswillig wäre, könnte man die Aufregung um den neuen Ego-Shooter von Programmierlegende John Romero mit diesen Worten kommentieren. Schließlich war uns nichts weniger als die Revolution im Genre der Actionspiele prophezeit worden. Dass Realität und Anspruch manchmal ein klein wenig auseinander liegen, unterstreicht Daikatana eindrucksvoll.
/ Thorsten Wiesner
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Fast vier Jahre Entwicklungszeit wurden für die Fertigstellung des Programmes benötigt – kein Wunder, dass insbesondere die amerikanische Presse das Spiel bei Erscheinen mit niederschmetternden Reviews strafte, schließlich hinkt insbesondere die Präsentation auf Grund der vielen Verzögerungen und der Verwendung der nicht mehr ganz taufrischen Quake 2-Engine aktuellen Titeln hinterher. Die Beschränkung der Kritik auf die antiquierte Grafik wird den inneren Werten des Programmes, die zweifellos vorhanden sind, allerdings nicht gerecht.

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Im recht langen Intro ist erst einmal Verwirrung angesagt: Es geht um ein ungewöhnlich wichtiges Schwert, das Daikatana, das auf umständlichen und nicht ganz nachvollziehbaren Wegen natürlich in die Hände falscher Personen gelangt ist – wohin auch sonst – und das nun vom tapferen Myamoto zurückerobert werden muss. Da das noch nicht genug des Guten ist, muss zudem auch noch ein junges Mädchen befreit, ein Virus bekämpft und auch ansonsten wieder einiges Weitere an guten Taten erledigt werden.

Im Spiel findet man sich zuerst im düsteren Japan der Zukunft wieder. Später geht es dann ins mittelalterliche Griechenland, ins historische Norwegen und ins futuristische San Francisco. Überall warten Horden fantasievoller Gegner darauf, mittels der vielen verschiedenen Waffen möglichst handlungsunfähig gemacht zu werden.

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Steuerung und Gameplay sind identisch mit anderen vergleichbaren Titeln wie Quake und Half-Life, eine all zu lange Einarbeitungszeit ist dementsprechend nicht notwendig. Anfänger sollten jedoch trotzdem einen großen Bogen um Daikatana machen, denn der Schwierigkeitsgrad ist nicht bloß hoch, sondern geradezu exorbitant unrealistisch. Selbst auf der niedrigsten der drei Stufen muss man sich damit abfinden, in regelmäßigen Abständen das Zeitliche zu segnen. Dementsprechend ist es für den Spielspaß auch nicht gerade förderlich, dass Spielstände nur zu bestimmten Zeitpunkten angelegt werden können.

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Im Spielverlauf stoßen dann noch zwei Mitstreiter zu Myamoto hinzu, sodass man spätere Abschnitte als Trio bestreitet. Dies verleiht dem Gameplay zusätzlichen Reiz, macht die Angelegenheit deswegen aber nicht leichter zu lösen, denn stirbt einer der Helden, ist auch für die anderen beiden Schluss. Dass die Intelligenz der Computergegner nicht besonders hoch ist, muss man schon fast als Segen empfinden, denn ansonsten würde man wahrscheinlich nie über den ersten Level hinauskommen.

Fazit: Daikatana ist ein grundsolider Ego-Shooter mit fantasievollen Gegnern, kleinen Rätseln, einer interessanten Story und einem viel zu hohen Schwierigkeitsgrad – nicht mehr und nicht weniger. Wer Revolutionäres von diesem Programm erwartet, wird definitiv enttäuscht sein, alle anderen bekommen hier ein Spiel geboten, wie es in dieser Form nicht einmalig, aber auch nicht schlecht ist. Solide Actionkost für Freunde schwerer Schlachten.


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