Spieletest: Metal Fatigue - Strategische Maschinenschlacht
Roboter-Strategie in 3D-Echtzeit. Strategiespiele scheinen ohne dreidimensionale Welten undenkbar geworden zu sein. So veröffentlicht auch Take 2 ein weiteres Spiel dieses Genres mit gewohnt militärischem Hintergrund von Psygnosis, den Entwicklern von so friedfertigen Spielen wie Lemmings.
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Auf der Erde des 23. Jahrhundert hatten nahezu allmächtige Konzerne, die "Corponationen", das Sagen. Als Wissenschaftler in den Weiten des Alls ein wundersames Metall entdecken, das auf die weit entwickelte, aber kriegerische Zivilisation der Hedoth weist, bilden die Corponationen eine Allianz, um hinter das Geheimnis der Hedoth und der vielversprechenden Alientechnologie zu kommen. Doch angesichts der Gier nach Macht hält dieses Zweckbündnis nicht lange und der Zufall will es, dass die drei Brüder Angelus nach ihrer ersten Expedition auf Hedoth I jeweils für eine der Kriegsparteien kämpfen.
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So stellt der Werdegang der Brüder je eine Kampagne mit zehn Missionen dar. Die primären Missionsziele sind zwar abwechslungsreich, doch läuft es meistens auf das Vernichten des Gegners hinaus. Allerdings kann der Weg zu diesem Ziel recht unterschiedlich sein. Auch wenn die Fahrzeuge und Gebäude aller Parteien gleich sind, gibt es eine einzigartige Waffe, die im Mittelpunkt von Metal Fatigue steht – die Combots. Das sind riesige von einer Crew gesteuerte Roboter, die im Baukastenprinzip aus Torso, Armen und Beinen zusammengesetzt werden.
Jede Corponation hat ihre spezifischen Bauteile und damit auch bestimmte Strategien. Waffen, Schilde und sonstige Bauteile reichen vom Laserschwert über Äxte und Hämmer hin zu Jetpacks und Tarnvorrichtungen. Lustigerweise sind die Teile der Combots untereinander kompatibel, so dass der Gegner mit seinen eigenen, zuvor erbeuteten Waffen geschlagen werden kann.
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Der Spielablauf ist in mehrere Phasen unterteilt. Nach einer eher langweiligen Einsatzbesprechung ohne Filmsequenzen können Einheiten und Gebäude verbessert werden. Die dafür benötigten Fertigkeitspunkte werden in der vorangegangenen Mission durch diverse Boni erspielt. Bevor es losgeht, werden in der kurzen Planungsphase für ein vorgeschriebenes Budget einfache Gebäude und Fahrzeuge erstellt. Danach läuft die Zeit gegen den Spieler, denn oft ist ein Limit vorgegeben und der Gegner schläft nicht. Untergrund, Oberfläche und Orbit stehen den Parteien gleichzeitig als Schlachtfeld zur Verfügung und für den Sieg ist es unabdingbar, keine dieser Ebenen zu vernachlässigen. Für vielfältige Taktiken sorgt also nicht nur die Ausrüstung der Combots, sondern auch die Spielumgebung selbst. Einsteiger könnten aber auf den drei parallelen Ebenen schnell den Überblick verlieren.
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Im Gegensatz zu den schön animierten Combots wurde leider keine der Ebenen besonders aufwendig gestaltet. Es fehlen die Details wie Vegetation, Schatten von Gebäuden oder Fahrzeugen, Reifenspuren bzw. Fußabdrücke der Combots oder Kampfspuren und verbrannte Erde, wenn Geschosse daneben gehen – all solche Feinheiten, die andere Spiele des Genres schon lange vormachen. Zwar ist das Gelände dreidimensional und weist auch große Höhenunterschiede auf, aber das hat kaum Einfluss auf das Spielgeschehen. Berge sind meist nur da, um den Weg zu versperren. An erhöhte Reichweite durch realistische Flugbahnen oder reale Sichtlinien ist nicht zu denken. Da wird auch die inzwischen Standard gewordene dreh-, kipp- und zoombare Kamera unbedeutend.
Fazit: Metal Fatigue ist durch die mehreren Handlungsebenen und die Baukasten-Roboter ein sehr komplexes Strategiespiel, in dem der Spieler sowie die Computergegner verschiedenste Taktiken einsetzen können. Der wählbare Schwierigkeitsgrad stellt für jeden Spieler die richtige Herausforderung dar. Leider fehlen die im Genrevergleich häufig anzutreffenden optischen Finessen, dafür reicht andererseits für ein flüssiges Spiel bereits die Leistung eines Pentium II aus.