Spiel zum gleichnamigen französischen Turnier. Vor gar nicht all zu langer Zeit gehörte Tennis in Deutschland auf Grund eines rothaarigen, sich interessant artikulierenden Mannes und einer Frau mit großer Nase neben Fußball zu den beliebetesten Sportarten. Dementsprechend viele Computerspielumsetzungen nahmen sich dann auch des weißen Sportes an. Seitdem herrscht allerdings gähnende Leere auf den Monitor-Courts. Mit Roland Garros von Cryo Interactive kann nun endlich wieder auf die Filzkugel eingeschlagen werden.
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Da das Grand-Slam-Turnier in Paris Namensgeber des Programms ist und man offenkundig die offizielle Lizenz besitzt, dreht sich das Spiel schwerpunktmäßig um die French Open. Aber auch an den anderen drei Grand-Slam-Turnieren kann teilgenommen werden, zudem gibt es die üblichen Trainings- und Wettkampfmodi.
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Insgesamt 64 verschiedene Spieler mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen stehen zur Auswahl, zudem gibt es auch mehrere verschiedene Tennisschläger, die allerdings zum Teil erst freigespielt werden müssen. Und das ist nicht unbedingt einfach, denn zu Beginn hat man so seine Schwierigkeiten mit der vielseitigen, aber doch nicht ganz unkomplizierten Steuerung. Ein Pad oder Stick ist hier ratsam, die Tastatur funktioniert notfalls auch noch befriedigend.
Der Schwierigkeitsgrad ist variabel, nichtsdestotrotz aber bereits auf der niedrigsten Stufe recht hoch; zum Teil ist es schon recht deprimierend, mit welcher Konstanz die Computergegner jeden scheinbar noch so guten Schlag parieren und den Ball immer wieder unerreichbar in des Spielers Feld platzieren.
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Grafisch enttäuscht Roland Garros ein wenig, denn die Animationen der Spieler wirken recht steif, das Publikum ist statisch und auch sonst passiert auf dem Platz und drum herum nicht besonders viel. Dafür ist die Soundkulisse hervorragend, das hervorragend affektierte Französisch des Schiedsrichters und die Schadenfreude des Publikums klingen beinahe besser als auf einem wirklichen Platz. Positiv hervorzuheben sind außerdem die Möglichkeit, mit bis zu vier Spielern (wenn man denn einen dementsprechenden Adapter besitzt) an einem PC zu spielen und das im Programm eingebaute Nachschlagewerk zur Geschichte der French Open.
Fazit: Kleine Fehler sorgen dafür, dass Roland Garros nicht vollkommen überzeugt: So ist die Kollisionsabfrage zum Teil recht ungenau, ob man auf Sand oder Rasen antritt, macht kaum einen spielerischen Unterschied, und die grafische Präsentation ist, wie bereits erwähnt, recht spröde. Der Tennissport wird also nicht wieder zu neuen Höchstleistungen am PC erweckt, aber zumindest steht Tennisfreunden endlich wieder eine akzeptable Adaption ihres Sportes am Computer zur Verfügung.