VDE-Studie: Ingenieurlücke gefährdet Technologiestandort
Der jährliche Mindestbedarf liege jedoch bei 13.000 Neueinstellungen. Die Ingenieurlücke gefährde inzwischen Wachstum und Innovationspotenziale vieler Unternehmen, so der VDE. Der Mittelstand ist von dieser Entwicklung besonders hart betroffen.
Nach der neuen VDE-Studie haben sich 1999/2000 mit 13.164 zwar rund 8 Prozent mehr Studenten in Elektro- und Informationstechnik eingeschrieben als im Wintersemester 98/99 (12.186). Der Zuwachs reicht jedoch bei weitem nicht aus, den vorherigen dramatischen Rückgang und den künftigen Bedarf zu decken. Der VDE rechnet auf Grund der neuen Daten mit einem Mangel an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik, der in seinen Konsequenzen die Informatikerlücke noch bei weitem übertreffen werde. Die Green-Card-Diskussion werde nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu dem sein, was Deutschland demnächst auf diesen für den Standort entscheidenden Technologiegebieten zu erwarten habe, so VDE-Vorstand Hermann Wolters vor der Presse in Berlin.
Als Grund für den Ingenieurmangel führt der VDE die seit Jahren bekannten Defizite in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung in der Schule an. Eine Techniknation könne sich in diesem Bereich kein Mittelmaß leisten. Gleichzeitig müsse an Schulen und Hochschulen nach "zeitsparenderen" Modellen der Ausbildung gesucht werden. Deutsche Hochschulabsolventen sind im internationalen Vergleich deutlich älter.
Für die nächsten Jahre, so das Resümee der VDE-Studie 2000, sind die Berufsperspektiven für Absolventen der Elektro- und Informationstechnik exzellent.



