Expertengruppe testet neues Internet-Protokoll
Die Ergebnisse der Tests übertrafen alle Erwartungen, so Siemens: Ohne Ausnahme konnten die Implementierungen untereinander Verbindungen aufbauen und Daten austauschen. Mit SCTP sollen Netzbetreiber künftig die Signalisierungsmeldungen ihrer Vermittlungssysteme über das Internet leiten und leichter neue Dienste, wie z.B. IP-Telefonie, realisieren können. Mit dem neuen Verfahren wird IP um Mechanismen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und der Zuverlässigkeit erweitert, die den Transport von Signalisierungsmeldungen, beispielsweise des Signalisiersystems Nummer 7 (SS7), ermöglichen.
Während des einwöchigen Testprogramms vom 5. bis 9. Juni wurden in den Siemens-Labors in München beim 1. SCTP bake-off die verschiedenen Implementierungen der beteiligten Firmen zusammengeschaltet, um die bisherige SCTP-Spezifikation darauf zu überprüfen, ob sie vollständig ist, beziehungsweise welche Punkte noch offen sind, die eine genauere Beschreibung oder auch Änderungen an der Spezifikation notwendig machen. Dabei bot sich den Teilnehmern zugleich die Möglichkeit, ihre jeweiligen Implementierungen auf Vollständigkeit und Korrektheit zu testen.
Nach Aussage des Leiters der IETF-SigTran-Arbeitsgruppe, Dr. Lyndon Ong von Nortel Networks, erwartet man, dass das SCTP-Protokoll künftig im Internet eine bedeutende Rolle spielt, die weit über den Signalisierungstransport hinausgeht. Deswegen wurde SCTP im IP-Protokolls-Stack auf die gleiche Ebene wie TCP und UDP gesetzt, so dass SCTP immer eingesetzt werden kann, wenn eine Applikation die besondere Leistungsfähigkeit des neuen Protokolls benötigt.
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