Vita Nuova erwirbt Exklusivrechte für Betriebssystem Inferno
Gleichzeitig investieren Lucent Technologies New Ventures Group und der britische Investor SEDS Limited eine ungenannte Summe in Vita Nuova, um die Entwicklung und Vermarktung von Inferno voranzutreiben. Die sich auch für die Entwicklung von UNIX verantwortlich zeigenden Bell Labs werden sich weiterhin an der Entwicklung beteiligen.
Inferno ist, wie auch Plan 9, ein skalierbares Netzwerkbetriebssystem, das auf verteiltes Berechnen ("Distributed Computing") in Multi-Prozessor-Systemen und Rechner-Netzwerken ausgelegt ist und damit ideal für Hochleistungs- und Hochverfügbarkeits-Umgebungen sein soll.
Einzelne Netzwerkbestandteile – von Daten bis zum Server – werden bei Inferno in Form von hierarchischen Dateisystemen verwaltet. Das zu Grunde liegende Protokoll Styx, benannt nach dem mythischen Fluss der Unterwelt, macht alle Ressourcen über die grundlegenden Dateioperationen Open, Close, Read und Write zugänglich.
Inferno bietet eine C-ähnliche Programmiersprache, die ein dynamisches Laden von Modulen ermöglicht. Bestehende Client-Rechner – vom PC bis zu Internet-Appliance – sollen einfach in Inferno-Netzwerke integriert werden können.
Vita Nuova macht Inferno unter einer Open-Source-ähnlichen Lizenz verfügbar, die in Form eines günstigen jährlichen Abonnements angeboten wird. Lizenznehmer können auf deren Basis eigene Inferno-Distributionen anbieten, ohne dafür weitere Lizenz-Gebühren zahlen zu müssen. Während Universitäten und Studenten bereits für 150,- US-Dollar pro Jahr dabei sind, zahlen Privatleute 300,- US-Dollar und Unternehmen ab 1.000,- US-Dollar aufwärts. Lizenznehmer enthalten den Inferno Quellcode, inkl. Portierungen auf verschiedene Architekturen, ein Handbuch, weitere Unterlagen, eine C Cross-Compiler Suite und Zugriff auf Neuigkeiten, Updates und neue Komponenten.
Das 1996 gegründete britische Unternehmen Vita Nuova bietet seit einiger Zeit eine eigene Inferno-Distribution an und entwickelt derzeit zusammen mit Internet-Appliance-Herstellern Endkunden-Anwendungen, die von den Möglichkeiten von Inferno profitieren sollen.
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