T-D1 führt Hochgeschwindigkeits- Mobilfunktechnik GPRS ein
"Mit der Inbetriebnahme des ersten GPRS-Netzes unterstreichen wir einmal mehr unsere Rolle als der Innovationsführer in Deutschland und Europa", sagte T-Mobil Technik-Chef Klaus Hummel am Dienstag in Bonn. Insgesamt habe T-Mobil 300 Millionen Mark in die Aufrüstung des Netzes investiert, damit verbunden waren Software- und teilweise auch Hardware-Updates an allen Basisstationen des deutschen T-D1-Netzes.
Die gesamten Investitionen in den Ausbau des T-D1-Netzes bezifferte Hummel für die Jahre 1999 und 2000 auf zusammen drei Milliarden Mark. Umfasste das T-D1-Netz Ende 1998 noch rund 17.000 Zellen und 8.000 Standorte, sollen es Ende diesen Jahres bundesweit bereits 39.000 Funkzellen bzw. 16.000 Standorte sein.
Die Übertragungsrate ist zunächst zwar auf 40 Kbit/s limitiert, lässt aber den bisherigen Standard 9,6 Kbit/s weit hinter sich. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann sogar rund 100 Kbit/s möglich sein. Allein HSCSD, das in Deutschland derzeit nur von E-Plus angeboten wird, kann mit Hilfe von gebündelten ISDN-Kanälen ähnliche Übertragungsraten erreichen. HSCSD arbeitet jedoch nicht Paket-orientiert.
GPRS bringt auch einige andere Vorteile mit sich: Neben der höheren Übertragungsgeschwindigkeit sollen Nutzer von GPRS von neuen Abrechnungsmöglichkeiten profitieren. Anders als bisher kann nicht mehr nur nach Minuten sondern nach übertragenen Datenmengen abgerechnet werden, was gerade für die Entwicklung von mobilen Multimediadiensten von großer Bedeutung ist. Hummel: "Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel im Mobilfunk. Wer mit GPRS online geht, braucht zukünftig nicht mehr auf die Uhr zu schauen."
Die ersten Kunden sollen die neue Technik im Rahmen einer Pilotphase in den nächsten Wochen testen können. Ab September soll dann GPRS in die breitere Vermarktung übergehen.
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