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Bell Labs stellt Betriebssystem Plan 9 unter Open Source

Vita Nuova kündigt erste Plan-9-Distribution an

Das Bell-Labs-Forschungszentrum - das unter anderem Unix und die Programmiersprachen C und C++ entwickelte - hat die dritte und neueste Ausgabe seines "Plan 9" genannten x86-Betriebssystems unter einer eigenen Open-Source-Lizenz mit Quellcode und Manuals ins Netz gestellt. Plan 9 ist ein für Distributed Computing (Verteiltes Berechnen) ausgelegtes Netzwerk-Betriebssystem - seine zentrale Funktion ist deshalb die Kommunikation.

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Alle Plan-9-Systemressourcen können dabei wie Dateien benannt und genutzt werden, was verschiedene Ansichten bzw. Aufteilungen des verteilten Systems durch die Definition von "Name Spaces", also definierten Hierarchien von benannten Ressourcen ermöglicht, auf die Anwender, Hardwarekomponenten oder Prozesse zugreifen können.

Plan 9 benutzt ein einzelnes Protokoll zur Kommunikation zwischen Prozessen, Programmen und Daten unter Berücksichtigung der Benutzerschnittstelle und des Netzwerks. Dadurch soll das Betriebssystem eine einheitliche Zugriffsart auf verschiedene Ressourcen bieten, die über ein Netzwerk von Servern, Terminals und anderen Geräten verteilt sein können.

Den Nutzern erlaubt dies die gleichzeitige Anwendung von verschiedenen Programmen auf geografisch getrennten Computern, ohne dass sie sich über die Kompatibilität von Hardware und Software weitere Gedanken machen müssen. So kann beispielsweise eine virtuelle private Rechnerumgebung erstellt werden, die auf jedem vernetzten Terminal wiederhergestellt werden kann, indem Plan 9 eine persönliche Sicht der Netzressourcen, inklusive Rechenleistung, Daten, Programmen und Kommunikationsdiensten liefert.

Als weiteres Beispiel nennt Bell Labs die Möglichkeit, die System-Administration für eine Nutzergemeinschaft zu minimieren, die gar nicht mitbekommen, dass Plan 9 für ihre Anbindung an Drucker, Server und sonstiges sorgt. Plan 9 soll außerdem in speziellen Anwendungsgebieten, wie z.B. in Firewalls, eingesetzt werden können.

Die dritte und nun fertig gestellte Ausgabe von Plan 9 kommt fünf Jahre nach ihrer Vorgängerin und bietet vor allem einen überarbeiteten Kernel, eine verbesserte grafische Benutzeroberfläche, einen aktualisierten Befehlssatz sowie erweiterte Bibliotheken. Außerdem erlaubt ein "Plumbing" genannter Mechanismus erstmals den Nachrichtenaustausch zwischen interaktiven Programmen.

Die bedeutendste Neuerung ist jedoch die Auslieferung als Open Source - Rob Pike, der Director of Computing Concepts Research von Bell Labs, hofft, dass die Freigabe Programmierer zum Experimentieren und Weiterentwickeln einlädt. Er wird auf der Ende Juni in San Diego stattfindenden Usenix 2000 Annual Technical Konferenz zwei Reden über Plan 9 halten.

Der erste Anbieter, der eine eigene Plan-9-Distribution auf den Markt bringen will, ist das britische Softwarehaus Vita Nuova. Wer nicht so lange warten will, findet den Plan-9-Quell-Code, Dokumentation und Hardware-Anforderungen auf den Plan-9-Webseiten von Bell Labs.


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