Interaktive Möbel - Arbeitswelten der Zukunft
"Der Computer wird künftig in Wänden und Büromöbeln wie Tischen und Konferenzstühlen allgegenwärtig sein und doch gleichzeitig immer unsichtbarer werden" , erklärt Dr. Norbert Streitz.
Vor drei Jahren hat Streitz zusammen mit seinem Team begonnen, das "Roomware"-Konzept zu entwickeln. Damals hat er sich noch mit der Schreinerei der Darmstädter Universität beholfen, um Informationstechnologie in Möbel und Wände zu integrieren. Heute präsentiert er seine interaktiven Möbel im Designerlook zusammen mit dem mittelständischen Möbelhersteller Wilkhahn als Teil verschiedener EXPO-2000-Projekte.
Dabei steht der Anwender beispielsweise vor einer circa 4,50 Meter breiten berührungsempfindlichen Wand, der so genannten DynaWall. Ohne Maus oder Tastatur, nur mit einer Geste öffnet er auf der interaktiven Fläche z.B. einen Gliederungspunkt als ein neues Fenster und "wirft" es gezielt um circa 2 Meter nach links, wo es in der Mitte zum Stehen kommt und macht mit dem Finger zusätzliche Bemerkungen am Rand. "Bei anderen Systemen muss man erst einmal vom Kommando- in den Schreibmodus wechseln. Bei unserer Entwicklung erkennt das System, ob ich einen Text schreibe oder ob es sich um eine Geste zum Ausführen eines Kommandos handelt" , hebt Streitz hervor.
Außerdem kommunizieren die Möbel untereinander: So lassen sich Bemerkungen mit einem Stift auf einem berührungsempfindlichen Display machen, der in einem Konferenzstuhl, dem so genannten Commchair, integriert ist; diese Ergänzungen sind gleichzeitig an der Präsentationswand sichtbar.
Der "ConnecTable" ist ein Stehpult und kann – genauso wie der CommChair mit der DynaWall – über ein drahtloses Funknetzwerk mit anderen ConnecTables kommunizieren: So können zwei Anwender in einem "Stehmeeting" Dokumente austauschen, in dem sie ihre Stehpulte Kopf an Kopf zueinander stellen und dann die digitalen Dokumente oder Kopien davon genauso hinüber schieben, wie es mit Papier möglich wäre. Gleichzeitig können sie auch an derselben Zeichnung arbeiten, haben aber jeweils die richtige Perspektive.