Ansturm auf die Online-Broker
Dabei haben die Deutschen die Nase vorn, da sie jeden Tag im Netz 1.200 neue Aktiendepots eröffnen. Auf Platz zwei folgen die Briten mit etwa 690 Depots pro Tag. Für Spanien wird ein Wachstum von bis zu 265 Prozent bis 2002 vorausgesagt.
Die Gründe für das rasche Wachstum beim Online-Börsenhandel sind die anhaltend hohe Wertpapiernachfrage und die verstärkte Bereitschaft der Verbraucher zur Nutzung von Online-Technologien. Einen weiteren Wachstumsmotor stellen die Discount Broker selbst dar. Sie bieten ihre ständig wachsende Anzahl an Produkten und Dienstleistungen zunehmend billiger an. Depot- und Transaktionsgebühren liegen häufig mehr als 50 Prozent unter denen der Großbanken.
Die Kehrseite der Medaille: Je mehr Kunden die Online-Broker durch den Boom an den Aktienmärkten gewinnen, desto mehr verschärft sich der Wettbewerb. Die Folge sind weiter fallende Gebühren und sinkende Margen. In den kommenden fünf Jahren erwartet Mummert + Partner daher eine Konsolidierung unter den Wettbewerbern.
Die Online-Broker müssen sich auf bestimmte Kundengruppen spezialisieren oder eine breite Produktauswahl für den Massenmarkt anbieten. Ansonsten laufen sie Gefahr, von großen Retailbanken geschluckt zu werden. Der Online-Aktienhandel allein ist für Erstanbieter wie comdirect, Consors oder Charles Schwab keine Garantie mehr für den Markterfolg. Denn auch Großbanken und Sparkassen bauen ihr Angebot im Online-Brokerage immer weiter aus.
Fachwissen, Dienstleistungsorientierung und Kundenspezialisierung sind die zukünftigen Erfolgsfaktoren der Discountbroker, so die Mummert + Partner-Experten.



