Österreicher soll "I love you "- Variante verbreitet haben
Verbreiter der "I love you "- Variante "Antivirus-GmbH" festgenommen
Im Rahmen der Ermittlungen bezüglich des "I love you"-Virus und seiner Varianten hat das Bundeskriminalamt (BKA) in enger Zusammenarbeit mit den österreichischen Sicherheitsbehörden einen österreichischen Staatsangehörigen ermittelt, der unter dem dringenden Verdacht steht, eine gefährliche Virusvariante des "I love you"-Virus von Österreich aus seit dem 7. Mai 2000 in Umlauf gebracht zu haben.
Das Bundeskriminalamt ermittelt im Auftrag von Bundesinnenminster Otto Schily seit dem 5. Mai 2000 gegen die Urheber und Verbreiter des Computervirus "I love you" und seiner Varianten. Das Ermittlungsverfahren ist bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden anhängig. Bisher wurden circa 50 Virusvarianten festgestellt, die sich hauptsächlich durch andere Absender- und Betreffzeilen sowie Modifizierungen des Textes unterscheiden.
Auf Grund dieser Erkenntnisse durchsuchte die österreichische Polizei am 30. Mai 2000 die Wohnung eines Tatverdächtigen in Traiskirchen. Dabei wurden eine Computeranlage sowie mehrere CD-ROMs sichergestellt. In seiner Vernehmung gestand der 28-Jährige, die "I love you"-Virusvariante "Antivirus-GmbH" erstellt und über das Internet verbreitet zu haben. Der Tatverdächtige wurde nach Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die Empfänger der infizierten Antivirus-GmbH-E-Mail bekamen laut BKA zusätzlich einen Dateianhang übersandt, der angeblich eine Liste mit Namen von Love-Letter-Viren beinhaltete, die nicht geöffnet werden sollten. Dieser Dateianhang enthielt jedoch selbst den modifizierten Quellcode des "I love you"-Virus, der unter anderem wichtige Systemdateien sowie Word- und Exceldokumente löscht.
Aussagen zum Umfang der Verbreitung und zum Schaden, den diese Variante des "I love you"-Virus angerichtet hat, könnten derzeit noch nicht gemacht werden, so die Ermittler.
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